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MSM #298 Denny Pham – Kobra-Curry am Mekong-River

Denny Pham kam wie aus dem Nichts und wurde innerhalb kürzester Zeit zu einer festen Größe in der deutschen Skateszene. Curbtech, Stufen, Style bis in die Zehenspitzen – die ostdeutsche Frohnatur mit vietnamesischem Genpool war eine interessante Neuerung im nationalen Skateboardzirkus.
Trotzdem ist dies hier das erste volle Interview des inzwischen 21jährigen im Monster Skateboard Magazine. Doch wer legt seine Reifeprüfung schon zwischen Reisfeldern, Unfalltoten und Königskobras ab? Eben.

[Interview: Oliver Tielsch | Photos: Florian Hopfensperger, Brian Kelley]

Hey Denny, wie geht’s? Du bist gerade erst von deiner Reise zurückgekommen, oder?
Ja, ich war jetzt zwei Monate lang in Asien. Ich war mit Patrik Wallner für sein nächstes Videoprojekt unterwegs, so eine Art zweiter Teil von „10.000 Kilometers“ sozusagen.

Wow. Bist du denn vorher schon irgendwann mal so viel rumgekommen in deinem Leben?
Nee, das war auf jeden Fall das krasseste Erlebnis bis jetzt – und die krasseste Tour. (…) Wir haben unglaubliche Spots gesehen! (…) Besonders Myanmar war total krass, ist halt ein Dritte-Welt-Land. Das ist zwar nur ein paar hundert Meilen von Bangkok entfernt und ziemlich nah an China, aber Myanmar ist ein Militärstaat und die hängen noch superweit zurück. Das war schon interessant, sich das anzusehen.


[Seq: Florian Hopfensperger]

Wo seid ihr jetzt überall genau gewesen?
Wir haben uns alle in Bangkok getroffen und sind direkt am nächsten Tag in die Hauptstadt von Vietnam geflogen: Ho Chi Minh Stadt [ehemals Saigon, Anm. d. Red.]. Da waren wir eine Woche lang nur auf Mopeds unterwegs. (…)

Und zum Skaten?
Hammer. Die Bezirke in Ho Chi Minh sind nummeriert und District 7 ist alles, was man als Skater wissen muss – der ist voll mit Spots! Das hat richtig Bock gemacht. Die Securities waren auch super, die haben uns schon fast empfangen, uns gesagt, wo wir die Roller parken sollen und dann ging’s los. Ich konnte es kaum glauben. Wir mussten da einmal ’nen Security mit fünf Dollar für eine Stunde Skaten bestechen – das war’s.

Und außerhalb der Stadt?
Wir haben einen zweistündigen Moped-­Ausflug zum Mekong-River gemacht, über die Auto­bahn, das war auch ein bisschen sketchy. Und wir haben dann noch ein ganz außer­gewöhnliches Restaurant gefunden, mitten im Mekong-River, was man halt nur per Boot erreichen kann. (…) Wir haben uns dann also zu zehnt die Königskobra bestellt für 300 Dollar und dann wurde uns die Schlange lebendig in einem Sack gefangen angeliefert. Der Typ, der die gebracht hat, fand’s total lustig, weil wir so aus dem Häuschen waren. Dann hat er die ausgepackt und ihr mit einer Schere den Kopf abgeschnitten.

Hat er nicht wirklich!
Naja, jedenfalls hat sich der Kopf noch weiter bewegt – auch, als er schon ab war! Dann hat er das Herz rausgeholt und Lawrence Keefe hat es dann gegessen und mit Kobra-Blut runtergespült. Das soll spirituell voll die Wirkung auf dich haben und du wirst einfach nur der Man!

Haha, männliche Überkräfte…
Ja klar, du wirst dann so’n richtig guter Liebhaber, haha! Dann hat er die noch längs aufgeschnitten und jeder hat einen Shot getrunken – Wodka und Kobrablut, das war ein komisches Gefühl. Und wir konnten uns aussuchen, wie die Kobra nun zubereitet werden soll und haben uns für Curry entschieden.

(…)


[Seq: Brian Kelley]

War das deine erste Vietnamreise? So als Halb-Vietnamese?
Ja, ich war das erste Mal da. Mein Vater ist in Hanoi geboren, da waren wir aber leider nicht. Er kommt auch so richtig vom Dorf, vom Reisfeld sozusagen, und in der Nähe von Nah Trang waren wir auch mal auf einem Reisfeld in den Bergen. Da habe ich mal gesehen, wie mein Vater aufgewachsen ist. Komplett andere Welt!

(…)

Wie war es dann wieder nach Hause zu kommen? Ein großer Kontrast?
Ja, klar. Ich bin jetzt gerade in Berlin und mein Kollege Christoph hat mich abgeholt und meine erste Reaktion war nur „Wo sind die ganzen Leute hin? Ist doch Samstag, es müsste viel mehr los sein auf der Straße“. Das war so der größte Unterschied. Außerdem haben die dort natürlich alle keine Luxusprobleme, wie wir hier. Und dafür muss man sich halt manchmal erst andere Teile der Welt anschauen, um das zu bemerken. „Scheiße, ich habe dies nicht oder das nicht“ (…)

// Das komplette Interview mit Denny und allen Photos, allen Sequenzen und allen Quotes findet ihr in gedruckter Form in MSM #298

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