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Schuhtest

Schuhtest – DVS „Vapor“

DVS hatte 2005 eines der besten Skateteams mit Fahrern wie Steve Berra, Daewon Song, Jason Dill und Dennis Busenitz. Die Schuhcompany war zu der Zeit fester Bestandteil der Skateboard-Szene und lieferte zu ihrem Höhepunkt mit dem Video „Skate More“ einen echten Klassiker ab. Nach dem Weggang von vielen Teamfahrern ist es in den letzten Jahren ruhiger um DVS geworden. Es gab viele Spekulationen, dass es der Firma wirtschaftlich nicht sehr gut ging, sogar von Bankrott war gerüchteweise die Rede. 2013 ist DVS zurück. Unter dem neuen Teammanager Paul Shier wurde das Team neu strukturiert. So gab es einige Abgänge, aber auch neue, junge Teamfahrer wie beispielsweise Jon Nguyen. Aber auch die Schuhlinie wurde überarbeitet, so setzt DVS dieses und nächstes Jahr auf klassische Modelle in frischen Farben, sowie auf neue Schuhdesigns und eigene Entwicklungen. Eines dieser neuen Flaggschiffe der DVS-Kollektion ist der Vapor, den wir für euch zehn Stunden lang auf Herz und Nieren geprüft haben.

[Text&Fotos: Christoph Dyckmans/weartested.com]

Haltbarkeit //

Der DVS Vapor besitzt einen klar abgrenzenden Vorderfußbereich, der keine Materialüberlappungen besitzt. Dadurch bietet dieser Teil des Schuhs kaum Angriffsfläche für das Griptape, weshalb die Haltbarkeit in diesem Bereich sehr gut ist. Der Übergang zwischen Vorderfußbereich und Seitenwange ist doppelt vernäht, sitzt aber an einer kritischen Stelle bezüglich des Abriebs. Die Naht ist während der Testdauer von zehn Stunden, wie zu erwarten teilweise durchgerieben worden. Durch die gute Verarbeitung und die eher horizontale Orientierung der Materiallagen, die wie zwei Dachziegel überlappen, kam es dennoch kaum zu Beeinträchtigung. Positiv hervorzuheben sind darüber hinaus der sehr haltbare Gummi und das Wildleder im vorderen Bereich, die kaum Abrieb spuren zeigen. Leider ist der Bereich um die oberste Öse kaum geschützt, wodurch dieser Randbereich schon nach den ersten Sessions sehr unansehnlich ausfranst. Das Sohlenprofil ist insgesamt eher fein, aber trotzdem ausreichend tief. Leider gab es dennoch nach der Testdauer schon leicht blanke Bereiche. Dies lässt darauf schließen, dass sich die Griffigkeit der Sohle mit zunehmender Tragezeit reduzieren wird.

Dämpfung //

Skateschuhe mit einer Cupsohle bieten üblicherweise gute Dämpfungseigenschaften. Dies trifft auch für den Vapor zu. Der Schuh besitzt eine überdurchschnittlich gute Dämpfung und bietet Schutz bei harten Aufprällen. Die Mittelsohle ist im Fersenbereich dicker als im vorderen Drittel und besteht aus hartem Schaumstoff. Normalerweise sind die verwendeten Schaumstoffe weicher und können deswegen beim Aufprall oft nicht die komplette Energie absorbieren, da sie bereits zu 100% komprimiert sind. Der angesprochene härtere Schaumstoff des DVS Vapor schützt den Fuß und dämpft auch härtere Landungen noch ab. Gleichzeitig wird das Boardgefühl nicht beeinflußt, da die Sohle im Vorderfußbereich dünn ist.

Form //

Der DVS Vapor besitzt eine etwas breitere Silhouette. Trotzdem sitzt der Schuh vor allem im Vorderfußbereich sehr nahe am Fuß und verjüngt sich in der vorderen Hälfte zu einer abgerundeten Spitze. Durch diesen eng anliegenden und klaren Vorderfußbereich können Fliptricks sehr gut kontrolliert werden. Die Schaftöffnung ist sehr weit geschnitten, wodurch der Fuß viel Freiheit besitzt und der Schuh etwas locker sitzt. Die hoch geschnittene Verse bietet jedoch zusätzlichen Halt und so bietet der DVS Vapor trotzdem insgesamt ein sicheres und angenehmes Tragegefühl.

Boardgefühl und Grip //

Die Sohlenkonstruktion ist typisch für moderne Cupsohlenmodelle. Ein dicker Versenbereich für optimale Dämpfungseigenschaften wird mit einem sehr dünnen Vorderfußbereich kombiniert, um eine gute Balance zwischen Boardgefühl und Schutz des Fußes zu erreichen. Der DVS Vapor hat durch diese Konstruktion ein sehr direktes Boardgefühl, das nahe an eine vulkanisierte Sohle herankommt. Die Sohle besitzt zudem tiefe Einschnitte, die das Profil unterbrechen. Dadurch wird eine hohe Flexibilität gewährleistet und der Schuh kann gut in das Griptape greifen. Durch diese flexible Sohle wird gleichzeitig auch der Grip verstärkt. Der DVS Vapor hat einen direkten Grip und bietet dadurch einen guten Halt. Trotz des sehr positiven Eindrucks der Sohle bezüglich Boardgefühl und Grip müssen jedoch – wie bereits angesprochen – Abstriche bei der Haltbarkeit gemacht werden.

Komfort und Stabilität //

Vor allem der angesprochene gute und stabile Halt im vorderen Bereich fällt positiv auf. Hierdurch entsteht ein angenehmes Tragegefühl. Zusätzlich hat die Verse eine gute Balance zwischen Flexibilität und Härte. Sie bietet Schutz und ist beweglich. Der Innenbereich ist nicht frei von Materialüberlappungen, was aber nicht zu eiinem unangenehmen Gefühl beim Tragen und beim An- und Ausziehen führt. Das reduzierte Gewicht des Vapor ist schon beim ersten Tragen offensichtlich. Die Designer haben hier merklich großen Wert darauf gelegt, das Gewicht im Vergleich zu anderen Modellen zu reduzieren. Mankos bezüglich des Komforts sind die breite Schaftöffnung und die bei fast allen Skateschuhen vernachlässigte Durchlüftung. Neben dem überdurchschnittlichen Komfort besitzt der Schuh eine gute Formstabilität. Sowohl der Vorderfußbereich und die Seitenwangen, als auch die Ferse haben ihre anfängliche Form über die gesamte Testdauer beibehalten. Das führt einerseits zu der schon angesprochenen langen Haltbarkeit, andererseits wird so das angenehme Tragegefühl dauerhaft gewährleistet, da das Modell kaum ausleiert.

Grössenempfehlung //

Der DVS Vapor fällt normal aus.

Zusammenfassung //

Der DVS ist ein stabiles Cupsohlenmodell, dessen Stärken in seinen guten Dämpfungseigenschaften, sowie einem ausgewogenen Boardgefühl und Grip liegen. Die Haltbarkeit der Sohlenunterseite und des Übergangsbereichs stellen leichte Schwächen dar, die aber nur gering ins Gewicht fallen.

Der Test ist auch zu finden in unserer Ausgabe #329.

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