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Schuhtest

Schuhtest – Huf „Dylan“

„I gave them what they wanted. Money talks, but it can’t sing and dance…“. Das antwortet Keith Hufnagel auf die Frage, wie er es geschafft hat Dylan Rieder und Austyn Gillette als HUF Teamfahrer zu gewinnen. Nach den ersten veröffentlichten Bildern von Dylan’s HUF Pro Modell wurde schnell klar, dass er Wort gehalten hat. Dieses Ausmaß an Freiheit ist nicht selbstverständlich. Insbesondere da es für eine wachsende Firma wie HUF ein großes Risiko ist, ein so kontroverses Design zu genehmigen. Zugegeben, der erste Gravis Schuh von Dylan Rieder war genauso gewagt. Aber Gravis hatte die Sicherheit eines großen Mutterkonzerns im Hintergrund, wohingegen HUF eher alleine dasteht. Ein Pro Modell ist für jeden Skateboarder etwas besonderes und sollte daher unverwechselbar sein und zu dem jeweiligen Pro passen. Das trifft definitiv auf den HUF Dylan zu, da er wie die Faust aufs Auge passt. Wir begrüßen diesen frischen Wind in der doch manchmal eher langweiligen Skateboard Schuhwelt. Auch deswegen haben wir uns den HUF Dylan genauer angeschaut und wie er bei unserem Schuhtest abgeschnitten hat, könnt ihr in den folgenden Zeilen nachlesen.

[Text&Fotos: Christoph Dyckmans/weartested.com]

Haltbarkeit //

Insgesamt ist der HUF Dylan sehr haltbar. Die Haltbarkeit eines Skateschuhs betreffend, spielt der Vorderfußbereich eine entscheidende Rolle. Dieser Bereich ist dem meisten Abrieb ausgesetzt. Der Dylan ist erstens mit sehr widerstandsfähigem Wildleder ausgestattet und zweitens hat der Vorderfußbereich keine tragenden Nähte. Diese zwei Eigenschaften machen das Modell wohl zu einem der haltbarsten Skateschuhe auf dem Markt. Das Wildleder hat sich während der Testdauer kaum abgerieben, es sind nicht einmal die gewohnten Einkerbungen im Leder entstanden. Da es keine tragenden Nähte in besonders beanspruchten Bereichen gibt, können keine Elemente abstehen und Löcher entstehen. Zusätzlich sind die Ösen für die Schnürsenkel sehr schmal und so plaziert, dass sie kaum in Kontakt mit Griptape kommen. Zu guter Letzt hat sich auch das seitliche Gummi im Vorderfußbereich während des Tests nur geringfügig abgetragen.

Dämpfung //

Die Dämpfung des HUF Dylan ist mittelmäßig. Der Querschnitt zeigt deutlich, dass eine typische Sohlenkonstruktion mit dem innovativen Skateschuhdesign verbunden wurde. Die Sohle hat eine Sprengung zwischen Vorderfuß- und Fersenbereich. Das sorgt zum einen für einen guten Sitz und zum anderen zum Schutz der Ferse. Jedoch ist die Sohle insgesamt so dünn, dass die Dämpfung eingeschränkt ist. Damit trotzdem der Fuß geschützt wird, hat der Dylan eine dicke Schaumstoffeinlegesohle. Diese hat ebenso eine Sprengung. Sie ist vorne dünn und wird zur Ferse hin dicker. Diese Innensohle hat zwar einen Dämpfungseffekt, jedoch kann sie Stöße auch nur zu einem begrenzten Maß abfedern.

Form //

Die Form spielt bei dem HUF Dylan Modell eine sehr wichtige Rolle. Durch das, für Skateschuhe innovative Design ist der Schuh sehr eng und in die Länge gezogen. Der Schuh hat einen schmalen Einstieg, ist im Mittelfußbereich breit und wird ab den Zehen wieder sehr schmal. Der Vorderfußbereich endet mit einer abgerundeten Spitze. Durch die beschriebene Silhouette ist der Schuh besonders für schmale Füße empfehlenswert.

Boardgefühl und Grip //

Da der Schuh wenige positive Eigenschaften bezüglich der Dämpfung bietet, ist aber dementsprechend das Boardgefühl sehr gut. Der Vorderfußbereich ist trotz der Einlegesohle sehr dünn, wodurch der Fuß nahe am Board liegt. Ebenso ist der Grip gut. Er war während des gesamten Tests auf einem gleichbleibenden hohen Niveau. Zugegeben, die Sohle hat keine auffällige Struktur und keine Einschnitte, die die Flexibilität erhöhen. Statt dessen entsteht die Flexibilität durch die Form und das Design. Die Sohle ist zu Beginn der Zehen sehr flexibel, wodurch sich der vordere Teil gut in das Griptape legen kann.

Komfort und Stabilität //

Der Dylan überzeugt bezüglich des Komforts und der Stabilität. Der Schuh sitzt sehr nahe am Fuß und hat einen klaren Innenbereich. Diese schmale Silhouette hat aber einen Nachteil: So werden die Zehen durch den engen Vorderfußbereich zusammengedrückt, wodurch Blasen entstehen könnten. Trotzdem ist der Komfort des Schuhs als gut zu bewerten, da er vor allem leicht und ein sicheres Tragegefühl vermittelt. Ebenso ist die Stabilität gut. Obwohl die Sohle auf den ersten Blick keinen stabilen Eindruck macht, merkt man beim ersten Tragen sofort, dass durch die breiteren Sohlenteile eine gute Stabilität entsteht. Die Formstabilität kann durch den engen Schnitt, das hochwertige Leder und vor allem durch das Design als sehr gut beschrieben werden. Der Querschnitt sorgte auch für eine Überraschung. So wurde die Sohle im Fersenbereich zusätzlich durch eine circa 2 cm breite und 10 cm lange Metallschiene verstärkt. Diese versteift die Sohle um den Fersenbereich, wodurch die Formstabilität weiter verbessert werden konnte.

Grössenempfehlung //

Der HUF Dylan fällt kleiner aus. Wir empfehlen, dass ihr den Schuh im Skateshop eures Vertrauens kauft.

Zusammenfassung //

Der HUF Dylan überzeugt nicht nur durch sein Design, aber auch durch seine sehr gute Haltbarkeit, die im Vergleich mit anderen Modellen mit Abstand vorne liegt. Positiv wurden auch das Boardgefühl, der Grip und die Stabilität bewertet. Negativ aufgefallen ist die zu schmale Form sowie die nur durchschnittlichen Dämpfungseigenschaften.

Der Test ist auch zu finden in unserer Ausgabe #342.

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