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Schuhtest

Schuhtest – Converse „KA II“

Nach dem heutzutage üblichen Intro Clip des zweiten Converse Kenny Anderson Signature Modells werden sich Viele verwundert die Augen ausgerieben haben: Wurde gerade 60 Sekunden lang ein Kunstrad-Schuh beworben? Auch wenn man Kenny Anderson gerne auf einem Skateboard anstatt auf dem Fahrrad gesehen hätte, der Schuh selbst kann auf den ersten Blick durchaus überzeugen. Nach Aussage von Kenny Anderson sei sein erstes Modell auf Converse selbst für ihn etwas zu dünn gewesen. Converse setzt für die zweite Version der KA-Reihe deshalb auf eine solidere, aber dennoch flexible Cupsohlenkonstruktion, dieses mal dank des Mutterkonzerns Nike zusätzlich mit Lunarlon-Einlegesohle. Wie sich der KAII auf den zweiten Blick und dem Board geschlagen hat, erfahrt ihr im nachfolgenden Testbericht.

[Text&Fotos: Christoph Dyckmans/weartested.com]

Haltbarkeit //

Nachdem der erste Converse Kenny Anderson Pro-Schuh noch mit Ziernähten im Zehenbereich ausgestattet war, wurde für den KAII eine noch minimalistischere Route eingeschlagen. Beinahe das komplette Obermaterial besteht aus einem Stück, das hinterlegte Cons-Logo ist neben der Ösenleiste eine der wenigen Unterbrechungen. Dies kommt wie bei vielen anderen aktuellen Modellen der Haltbarkeit zugute: Wo nichts ist, kann auch nichts reißen. Das weiche Wildleder macht darüber hinaus einen hochwertigen Eindruck, was für dessen Langlebigkeit spricht. Einzig die fehlende Verstärkung durch eine dickere Zwischenschicht wird die Haltbarkeit des Obermaterials limitieren. Das eingelassene Logo auf der Seitenwange scheint sich nach der Testdauer von zehn Stunden als einzige wahre Schwachstelle herauszustellen, zumindest deuten die aufgeriebenen Nähte und die abgetragene Kante darauf hin. Darüber hinaus sind durch die relativ breite Schnürung und die aufgesetzte Ösenleiste die Schuhbänder dem Abrieb des Griptapes stark ausgesetzt, dementsprechend sind diese mehrmals während des Tests – vor allem im oberen Bereich der Schnürung – gerissen. Dagegen konnte die Außensohle durchaus überzeugen. Trotz des sehr feinen Profils ist kaum nennenswerter Verschleiß sichtbar.

Dämpfung //

Dank des geschwisterlichen Verhältnisses zu Nike stehen Converse ab 2013 ebenfalls die Lunarlon-Einlegesohlen zur Verfügung. Nachdem diese Technologie schon in Nikes Skateboard-Modellen sehr erfolgreich verwendet wurde, haben sie so auch den Weg in den KAII gefunden. Am Erfolgsrezept hat sich wenig geändert: ein dünner Vorderfußbereich für gutes Boardgefühl und ein dickerer Fersenteil für moderate Dämpfung, die erst bei Gaps größeren Kalibers an Grenzen stößt.

Form //

Die Silhouette des neuen Kenny Anderson Modells lässt sich als flach und relativ nahe am Fuß beschreiben. Dies wird insbesondere durch die ungepolsterte Zunge erreicht. Bezüglich des Vorderfußbereiches bewegt sich der KAII etwas Abseits der Norm: Von oben betrachtet scheint sich der Schuh bereits ab dem Bereich der obersten Öse zur Spitze hin zu verjüngen. Für ein Cupsohlenmodell fällt der Vorderfußbereich sehr pfeilförmig aus und erinnert stark an den vulkanisierten Vorgänger des KAII. Wie schon beim KAI ermöglicht diese Form in Kombination mit dem sehr weichen Leder einen sehr präzisen Flick.

Boardgefühl und Grip //

Wie bei vielen Cupsohlenmodellen verbessert sich das Boardgefühl und der Grip mit längerer Tragezeit deutlich. Dies ist insbesondere durch die erhöhte Anpassungsfähigkeit der Sohle zu begründen. Bietet der KAII zu Beginn noch durchschnittlichen Grip wird dieser mit der steigenden Flexibilität immer besser und kommt so zumindest nahe an die Traktion einer vulkanisierten Sohle heran. Gerade das sehr weiche Obermaterial aus Wildleder trägt zusätzlich, insbesondere zur Griffigkeit bei Fliptricks bei.
Ähnliches gilt für das Boardgefühl: Zwar sind durch den dünnen vorderen Bereich der Lunarlon-Innensohle die Voraussetzungen für einen direkten Kontakt zum Board durchaus von Anfang an gegeben, nach einigen Sessions, und die dadurch weichere Außensohle, verbessert sich dieser aber noch merklich.

Komfort und Stabilität //

Besonders durch die passable Durchlüftung und den sehr angenehmen Innenbereich ist der KAII zu den bequemeren Skateboard-Schuhen zu zählen. Positiv aufgefallen ist insbesondere das asymmetrische Design des Cons-Logos: Auf der lateralen Seitenwange ist dieses mit Glattleder für erhöhte Haltbarkeit, auf der medialen Seitenwange mit Mesh für bessere Durchlüftung hinterlegt. Darüber hinaus sind mehrere fein perforierte Bereiche über den Vorderbereich verteilt. In Kombination mit der dünnen Mesh-Zunge ist somit ein Mindestmaß an Belüftung gewährleistet. Die seitlich angenähte Zunge, das glatte Innenmaterial und die weiche Ferse machen den KAII darüber hinaus zu einem sehr komfortablen Modell.
Bezüglich der Stabilität wurden dagegen Abstriche gemacht. Im Gegensatz zu vergleichbaren Modellen bietet das Modell nur wenig Unterstützung für den Fuß und der weiche Fersenbereich bietet nur wenig Halt.

Grössenempfehlung //

Der Converse KAII fällt normal aus, ist allerdings schlank geschnitten. Bei breiteren Füßen möglicherweise eine halbe Nummer größer wählen.

Zusammenfassung //

Der Converse KAII ist ein schlichtes, modernes Cupsohlen-Modell mit flexibler Sohle. Zu den Stärken gehören die Dämpfung der Lunarlon-Innensohle, die Haltbarkeit der Außensohle und der komfortable Innenbereich. Kleinere Schwächen sind die fehlende Unterstützung und der geringe Halt im Fersenbereich.

Der Test ist auch zu finden in unserer Ausgabe #326.

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