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„Where we come from“ – Clip & Interview mit Lucas Fiederling

Lucas Fiederling hat schon so einiges an Skateboarding durch den Kamerasucher betrachtet. Er hat das done. Video gefilmt, ist viel mit Mark Frölich losgezogen, hat die Birdsnake Tour realisiert und war mit Clepto auf Premierentour. Momentan arbeitet er gerade an einem neuen Projekt, an dem u.a. Willow, Chris Pfanner und Niklas Speer von Cappeln beteiligt sind. Es ist ein wahres Herzensprojekt, das den Namen „Where we come from“ trägt. Hier erzählt er davon und wir präsentieren euch einen der Clips, die Lucas während des Filmens immer wieder online stellt. Mehr davon hier.


[Interview: Stefan Schwinghammer | Fotos: Lucas Fiederling]

Erzähl mal Lucas, wie kommt man drauf, so ein Projekt zu starten? Es dauert ewig, ist ein riesiger Aufwand, man verdient kein Geld. Warum also?

Das war damals in meiner Umdenkungsphase, nachdem mein Vater gestorben ist, was auch Panik ausgelöst hat, da die finanzielle Sicherheit weggebrochen war. Ich überlegte mich vom Skateboardbusiness abzukapseln und mehr Werbungen und Musikvideos zu produzieren. Auch wegen der Sachen, die ich im Skaten noch gemacht hab, hab ich schnell gemerkt, dass ich ein Projekt mit Skaten brauche, das mir den Spaß am Filmen aufrecht erhält, ansonsten würde ich nur arbeiten. Dazu kommt, dass ich gemerkt habe, dass ich so viele gute Freunde habe, die zu der Zeit an einem guten Punkt in ihrer Karriere standen. Das war dann der Auslöser dazu, noch ein Independentvideo zu machen. Ich war auch mit Clepto auf der Premierentour, was so Bock gemacht hat, einfach mal das ganze hinterher zu genießen, mit etwas fertig zu sein und nicht mehr arbeiten zu müssen. Nach dem Feiern auf der Tour hab ich dann in einer Restbetrunkenheit einfach mal Willow angerufen, der hatte sofort Bock drauf und dann hab ich weiter telefoniert.

Nach dem Feiern auf der Tour hab ich dann in einer Restbetrunkenheit einfach mal Willow angerufen, der hatte sofort Bock drauf und dann hab ich weiter telefoniert

Die Jungs kommen ja von überall her auf der Welt. Wie läuft das dann mit dem filmen?

Sehr schleppend. Ich dachte ziemlich blauäugig, ich muss jetzt mal schnell in einem guten Jahr ein Video machen, was ziemlicher Quatsch war. Auch wenn die Leute in der selben Stadt leben würden, wäre ein Jahr schon sehr wenig. Dazu kommt, dass ich viel Footage, die ich mit Marty gefilmt hatte, an DVS geben musste. Auch das ganze Reisen, ich bin zum Beispiel für einen Monat mit Niklas nach Arizona geflogen, um Marty zu besuchen. Es war dort aber viel zu heiß zum skaten. Marty hat sich verletzt und ich war einen Monat dort, hab viel Geld ausgegeben und am Ende hatten wir einen Trick von Marty und zwei von Niklas. Also einen Monat gearbeitet für drei Tricks. Ein Lichtblick war dann zum Beispiel die Südafrikatour letzten Winter, wo man die ganzen Jungs zusammenbekommt und man sich gegenseitig pusht. Da sind wir dann mit echt viel Footage nach Hause gekommen.

Wie sieht dein Arbeitsrhythmus aus? Bist du dann immer bei einem, macht ihr zusammen Trips, verbindest du das mit Auftragsarbeiten?

Hier und da war ich auch mal mit einem alleine unterwegs, ich versuch natürlich auch in die Städte der Leute zu fahren, weil es ja auch darum geht, wo sie her kommen. Ich flieg in die Städte der Jungs, bin da viel unterwegs, häng nachts ab, mach Zeitrafferaufnahmen und so was. Niklas war immer am leichtesten, weil der am wenigsten zu tun und Travelbudget hatte. Die ersten eineinhalb Jahre des Videos hab ich in Barcelona gewohnt, dann haben die Jungs mich da besucht. Jetzt geht’s eher in die Endphase, wo wir anfangen müssen intensiver zu planen. Wir arbeiten jetzt an ein paar Touren für den Winter, fliegen noch mal nach Italien und später auf Mallorca in ein Haus von Chris’ Schwiegereltern. Da muss man immer ein bisschen schauen, das ist ziemlich schwer zu planen, weil dann wieder einem was dazwischenkommt und ein Sponsor sagt, du musst jetzt auf die Tour, du kannst nicht auf die „Where we come from“ – Tour. Naja, da muss man immer ein bisschen kombinieren. Gerade arbeite ich fünf Tage die Woche für das Video und versuche am Wochenende ein paar Jobs zu machen, ich arbeite also in meiner Freizeit. [lacht]

Gerade arbeite ich fünf Tage die Woche für das Video und versuche am Wochenende ein paar Jobs zu machen, ich arbeite also in meiner Freizeit

Du sprichst von Sponsoren, das Video finanzierst du aber aus deiner Tasche?

Bisher schon, ich komm jetzt aber hart an meine Möglichkeitsgrenze. Wir haben diese Webseite gemacht, geplant war, dass man da die einzelnen Rubriken verkauft, so wie bei Lousy Livin, wo Clepto die Clips sponsert. Gleichzeitig probieren wir über Youtube ein bisschen Geld zu verdienen. Dass wir da auch noch mal 200 Euro im Monat bekommen, das wär schon ein guter Bonus. Der Plan war auch die B-Footage in Geld zu verwandeln und die A-Footage für das Independent Video zurückhalten. Das heißt jetzt nicht, dass wir uns keine Sponsoren an Land ziehen, das wollen wir jedoch erst ziemlich am Ende machen, wenn wir das Video so gemacht habe, wie wir das wollen und dann Leute finden, die sich damit identifizieren können und das Projekt sponsern.

Wie willst du das Video veröffentlichen?

Es wir auf jeden Fall eine Premierentour geben, es wird später auch online zu haben sein und es wird auf jeden Fall auch eine limitierte DVD geben mit einem kleinen Buch dabei. Wir werden jetzt nicht mehr, wie bei den letzten Sachen, tausende DVDs produzieren, die sich dann bei mir in der Garage stapeln, weil die keiner mehr kauft. Wir werden eine limitierte Ausgabe machen, dann sehen wie sie ankommt und dann kann man ja immer noch nachproduzieren.

Denkst du das ist der Weg heutzutage, dass man nur noch Liebhaberauflagen macht?

Die Birdsnake Tour war da mein Test. Wir wollten uns nur das Geld einstecken, was auch für die Produktion ausgegeben wurde, der Großteil sollte gespendet werden, aber wir haben nur 40 DVDs verkauft, was nicht mal Freunde und Familie der beteiligten Fahrer sind. Da kann man nicht mehr darauf zählen, dass DVDs gekauft werden. Ich hab selber eine große Sammlung zu Hause und oft will ich einen Film ansehen, bin aber zu faul den DVD Player anzuschließen und schau einfach am Computer. Das ist halt alles zu Lasten der Qualität, alles beschäftigen sich mit 50 oder 60 Frames aber im Endeffekt landet alles auf Vimeo, wird mit 30 Frames zusammengepackt. Da kann man sich eigentlich den ganzen HD – Technikscheiß sparen!

Willow

Bei Willow bedarf keiner besonders großen Erklärungen. Willow ist seit dem alten Anzeige Berlin Video und seinem Puzzle Part einer meiner Favorites auf den Straßen, und als wir 2008 zusammen auf Tour nach Aurich gefahren sind wurde schnell klar, dass Willow auch noch eine wahre Persönlichkeit ist. Die vielen lustigen Zeiten auf Tour und sein unverwechselbares Skateboarding sorgten dafür, dass Willow der Erste war den ich wegen dieses Projektes anrief und dessen sofortiger Hype mich motiviert hat das ganze wirklich durchzuziehen.

Samu Karvonen

Ich hab Samu auf einer Antiz/Cleptomanicx Tour nach Zypern 2010 kennengelernt und wir haben uns auf Anhieb gut verstanden. Der sympathische und eher ruhigere Finne geht gern wandern und genießt das ruhige Leben – es sei denn er steigt auf sein Skateboard, dann ist kein DYI Park oder Handrail vor ihm sicher. Er war einer der ersten die ich an Bord für dieses Projekt geholt habe, und einer derjenigen der mir viel bei der Organisation und so weiter hilft.

Niklas Speer von Cappeln

Ausserhalb von Deutschland wohl immernoch ein Newcomer, doch spätestens seit seinem Clepto Part wissen hier alle was los ist. Ich zähle Niklas schon seit einer gefühlten Ewigkeit zu meinen engsten Freunden und ich kann mir kaum bessere Leute vorstellen um zusammengerollt auf irgendwelchen Isomatten im Nirgendwo eine gute Zeit zu haben, als ihn und Louis (Taubert). Er hat mich sicher auf den meisten Trips während der Filmarbeiten zu diesem Video begleitet und sein Part wird hoffentlich dafür Sorgen, dass sein Name auch ausserhalb Deutschlands für viel zu viel Boardkontrolle steht.

Phil Zwijsen

Phil ist wohl derjenige den ich am wenigsten kannte, und hauptsächlich wegen seiner sehr eigenen Art zu skaten mit ins Boot geholt habe. Wir kannten uns natürlich auch von der ein oder anderen Party und Skatesession – doch haben wir uns während der Touren für dieses Video erst so richtig angefreundet und mittlerweile ist er einer meiner absoluten Favorites auf jeder Tour. Er hat eben immer den etwas unvorhergesehenen Trick oder Spot am Start, was alle zu kreativerem Denken anregt.

Marty Murawski

Marty kenne ich von meinen Zeiten als Matix Team Manager. 2008 waren wir das erste mal zusammen auf Tour und hatten schon damals eine unglaublich witzige Zeit. Ich glaube es gibt wenig Leute die ein solch ansteckendes Lachen haben und so unglaublich viel witziges Zeug labern wie Marty. Gleichzeitig war es eine leichte Entscheidung Marty als den Amerikaner der Bande ins Team zu holen – seit Filmbot Files damals rauskam und er klarmachte, dass ihm in Sachen Curb und Manual skaten keiner so schnell etwas vormacht.

Chris Pfanner

Chris und ich kennen uns schon ewig, wirklich angefreundet haben wir uns denke ich in Barcelona in den “Done” Video Zeiten. Chris skaten hat mich schon immer beeindruckt, und wir haben glaube ich schon viel voneinander gelernt in ewigen Macba Sessions, egal ob neue Flatmoves oder sonstige Lebensweisheiten. Als er mit seiner Freundin Anja aus Barcelona weggezogen ist, war das für uns alle eine große Lücke die gefüllt werden musste, und ich bin froh dank dieses Videos wieder mehr Zeit mit den Beiden und ihrem kleinen Max zu verbringen.

Eniz Fazliov

Eniz kenne ich eigentlich durch Chris, der mich auf eine Volcom Tour mitgenommen hat. Wenn alle anderen längst im Bett waren saßen Eniz und ich immer noch stundenlang mit ’nem Bier in der Hand kichernd vor dem Laptop und haben die Footage des Tages und die witzigsten Slams analysiert – und da ich wohl wie fast alle in Europa einfach begeistert von seinem unglaublichen Talent auf dem Skateboard war, lag es nahe ihn auch noch dazuzuholen. Jetzt hat Eniz natürlich fast die meiste Footage, obwohl er der letzte war der zum Projekt dazugestoßen ist.

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