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Fabian Lang – Der Weg zum switch Backside Flip


[Pic & Seq: Eric Mirbach]

Bilder sagen mehr als tausend Worte, heißt es. Gemeint ist damit, sie drücken mehr aus als tausend Worte. Im Falle von Skatephotos soll vor allem eins ausgedrückt werden: Style. Ein Skatephoto muss schön anzusehen sein, den Trick bestmöglich transportieren und im Idealfall Lust auf Skaten machen. Was dabei manchmal nicht ersichtlich ist sind die Schwierigkeiten die überwunden werden mussten, bis der Trick clean ausgefahren werden konnte. Mit dem Besen drohende Hausmeister, die Anfahrt voller Cracks oder die Käsereibelandung sind auf Skatephotos oft nicht zu erkennen. Deshalb wollen wir hier einen kleinen Eindruck davon liefern, wieviel Schweiß, Blut und gebrochene Decks zwischen dem ersten Anpushen und dem finalen Make liegen können. Das Wort hat Fabian Lang:

„Ende 2008 lud Eric [Mirbach] mich zu sich nach Dortmund ein um 5 Tage lang Photos für ein Portrait zu sammeln. Nachdem die ersten 3 Tage bereits sehr produktiv waren und wir einen Großteil der angepeilten Spots abhaken konnten, schlug Eric vor, das Gap in Duisburg in Angriff zu nehmen. Bislang kannte man das Gap nur von Panchos Bs Heelflip der einige Ausgaben zuvor erschien. Gaps entsprachen so gut wie garnicht meinem damaligen skaten, doch ich war hochmotiviert und wollte dem Ganzen einen Versuch geben.

Der Gap liegt direkt am Duisburger Rheinhafen und wirkt auf Photo definitiv einfacher zu fahren als es ist. Die Anfahrt besteht anfangs aus gut verlegten Bodenplatten, bis ca. 1,5 Meter vor Absprung ein Crack kommt, der einem gerne mal vorm abpoppen die Fußstellung und die Balance ruiniert und dann in perfekten Betonboden übergeht, der einem das Gefühl gibt nochmal schneller zu werden. Das Gap an sich überfliegt man recht locker. Der härteste Teil ist aber die Landung. Rauer Asphalt, gepaart mit hunderten von Steinchen die immer wieder aus dem Gap fallen, welche auch bei größter Mühe niemals alle zu beseitigen sind und eine leicht bergauf verlaufende Landung wollen dich scheitern sehen.

Da ich die Tage zuvor bereits einen Sw Bs Heelflip an 4er Blöcken gemacht habe und sich mein Trickrepertoire an Gaps eher auf Sw Heel Variationen beschränkte, entschied ich mich dazu einfach mal einen Sw Bs Flip anzutesten. Irgendwie hatte ich Bock auf den Trick und nach ein paar Mal anfliegen wurde es schon konkreter. Nach ca. 20 gelandeten musste ich mich dann jedoch geschlagen geben und wir machten uns auf den Weg zurück nach Hause um am nächsten Tag vor Abflug nochmal unser Glück zu versuchen. Mit Muskelkater und frischen Board sah das ganze allerdings dann auch nicht besser aus. Das neue Board brach schnell, also hieß es wieder neues Board dran und nachdem der Boden dann auch Nose und Tail gefressen hatte, war der Tag erneut beendet.

Ein Jahr darauf war ich wieder bei Eric zu Gast und wir wolllten nun endlich den Trick eintüten um das Bild verwenden zu können. Vladik Scholz und Patrick Bös leisteten mir an diesem Tag seelischen Beistand, aber auch das wollte nicht helfen. Ich landete ein paar Versuche perfekt, doch es ließ mich einfach nicht weiterfahren. Nach zwei Stunden war sowohl mein Board als auch ich durch. Hier began es, dass ich mir dachte das Gap muss verflucht sein. Die nächsten beiden Jahre verfolgte mich der Trick immer wieder. Ich konnte einfach nicht verstehen was falsch gelaufen ist und wieso ich nicht weiterfahren konnte. Bis dahin hab ich noch nie mehr als drei Anläufe für einen Trick gebraucht. Als die Deadline für mein Interview näher rückte und ich nochmal mit Eric loswollte, kam für uns nur der Trick in Frage. Das Foto musste einfach ins Interview kommen, weil es anders ist als die, die ich bisher gesammelt hatte.

Ich kam für eine Woche nach Köln und die hätte schlechter nicht starten können. Erstmal konnte ich die drei Wochen davor aufgrund meines dritten Bänderrisses im Fuß überhaupt nicht skaten und dann kam noch eine ordentliche Erkältung dazu die mich die ersten Tage flach liegen ließ. Am 4. Tagen konnte ich mich dann erstmals aufraffen. Also wieder ab ins Auto nach Duisburg. Der Tag kam mir wie ein einziges Dejavú vor. Anlaufen, abpoppen, flippen, catchen, landen, Board durch! Diesmal fuhr ich dann auch ziemlich gefrustet zurück nach Köln. Die nächsten beiden Tage wurden vom Regen zunichte gemacht und so blieb nur noch der letzte Tag und dieser Tag war irgendwie anders. Mittlerweile war es Zeit für Board Nummer 6. Zwar hab ich erstmal die ersten fünf Warmup Ollies gabailt, doch der Sw Bs Flip kam gleich in den ersten Versuchen gut. Es lag irgendwas in der Luft und ich wusste beim Anlaufen schon, das er jetzt kommt. Das nächste an das ich mich dann bewusst erinnern konnte war der Impact. Es hat nen richtigen Knall gemacht als ich landete und einen kurzem Moment fühlte es sich auch an als würde ich wieder stecken bleiben, doch ich konnte mich aufrichten und endlich weiterfahren!

Als ich dann 10 Meter hinter dem Gap zu stehen kam und vom Board stieg konnte ich es einfach nicht glauben. Ich dreht mich um und als ich Eric sah wusste ich das es endlich vorbei ist! Es war so als hätten wir beide den Trick gemacht! Es war eines der erleichtertsten Gefühle meines Lebens. Wir konnten endlich erfolgreich zusammenpacken und heimfahren. Als Eric mir dann die Woche darauf das Foto mailte, realisierte ich endgültig, dass es wirklich passiert ist. Ich wusste ich muss nie wieder für diesen Trick nach Duisburg fahren. Die ganze Vorgeschichte macht dieses Foto zum am härtesten Photo, das ich bis jetzt schießen konnte!“

Wer das Bild zum Trick samt dem kompletten Interview mit Fabi Lang sehen möchte, der sollte sich die aktuelle Ausgabe, Monster #302, im Skateshop seines Vertrauens abholen.

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