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Jason Adams Interview

Jason „The Kid“ Adams ist trotz seines Spitznamens kein Jungspund mehr, im Gegenteil. Vor allem der älteren Rollbrettgeneration dürfte der langjährige Black Label Pro ein Begriff sein. Mittlerweile ist Jason runter vom Label und führ Mike Vallelys neue Company Elephant unterwegs. Deshalb war er auch auf Deutschland Tour um ein paar Demos zu fahren. In Berlin auf der Bright hat er allerdings auch noch einige seiner Kunstwerke ausgestellt. Wir haben ihn dort getroffen und uns mit ihm über sein künstlerisches Schaffen unterhalten.

Hi Jason, erzähl mal, wie bist du zur Kunst gekommen?
Ich hab es schon als Kind gemocht, an allen möglichen kreativen Projekte zu arbeiten. In der Junior High, habe ich dann immer Kunstkurse gewählt, mich selbst allerdings nie als Künstler gesehen, denn ich kann nicht zeichnen. Ich kann nichts von dem, was die Allgemeinheit als Kunst ansieht, also Bildhauerei, Malerei, Zeichnen. Bei so was habe ich nie viel Talent gezeigt, ich war nur an Skateboarding interessiert, an Skateboardgrafiken, all den visuellen Sachen. Ich stellte mir immer vor wie cool es wäre, meine eigenen Boardgraphics zu machen, nur dass ich halt nicht zeichnen konnte und erst recht nicht mit dem Computer umgehen. Also hab ich mich an dem orientiert was mich zu der Zeit visuell ansprach, Skateboardgraphics und Punkrock, Zines und das ganze „cut & paste“-Zeug. Im Punkrock haben sie viel mit Stencils gearbeitet, also hab ich damit auch angefangen, einfach weil ich es konnte. Jeder kann Dinge ausschneiden, sie woanders wieder aufkleben und den Kopierer bedienen, damit hab ich also angefangen und so kam ich dazu „zusammengeschnibbelte“ Boardgraphics zu machen. Ich hab gemerkt dass ich mich gerne hinsetze um Stencils auszuschneiden und das in Kombination mit Skateboarding war genau das, was ich machen wollte. Die Stencils haben mir die Kunst eröffnet und nähergebracht, ich musste einfach nur schon bestehendes neu zusammenfügen. Ich sagte ja, ich kann nicht malen, aber ich hatte schon immer ein Gefühl dafür, wie man Farben mixt und so was. Wirklich zurecht kam ich damit allerdings erst als ich 30 wurde. Als ich wirklich versuchte Gemälde oder dergleichen zu machen war ich schon 33 Jahre alt. Ich sehe mich aber immer noch als Skateboarder, der eben solche Sachen macht, nicht als Künstler. Weißt du, ich bin Skateboarder und ich versuche mein Ding zu machen, mehr nicht.

Okay, aber jetzt wo du Kunst machst, hast du da das Gefühl, dass dir immer etwas gefehlt hat? War etwa immer ein gewisser Druck spürbar, den du nicht rauslassen konntest weil du nicht wusstest wie?
Nein, ich wollte das ja immer tun und ich habe vieles ausprobiert, hatte verschiedene Phasen. Ich kaufte z.B. Buntstifte, um zu gucken, was ich damit anstellen kann. Das war sehr frustrierend, denn ich bin eine Person, die bei Dingen ab einem bestimmten Punkt das Gefühl haben möchte, gut darin werden zu können. Ich male keine Strichmännchen und denke dann: „Wow echt super, ich bin ein verfickter Künstler!“ Ich probierte viele Dinge und es hat nie wirklich schnell geklappt, aber ich hatte diesen Wunsch, denn ich wuchs mit Skateboarding auf und die Typen die ich wirklich gut fand waren Neil Blender, Mark Gonzales, Ed Templeton, Natas [Kaupas, Anm. d. Red.], Tommy Guerrero, John Lucero. Das waren die Typen die ich wirklich liebte und in diesen Typen sah ich etwas, aber ich konnte mir nie vorstellen da mithalten zu können, bis ich damit anfing und anfing es zu lieben. Da merkte ich, „Doch, kann ich.“ Und das Interessante ist, dass ich an dem Punkt realisierte, was für ein kreativer Zeitvertreib Skateboarding tatsächlich ist. Mir war das zwar schon vorher bewusst, aber ich meine, man tut es, doch man denkt nicht wirklich darüber nach. Davor hab ich keine zwei Tage ohne Skateboarding ausgehalten, erst als ich von den Kunstprojekten besessen war und mich damit beschäftigte kam ich klar. Auch wenn ich einige Tage nicht skaten war hab ich mich plötzlich noch ausgefüllt gefühlt. Aber ich glaube das kam auch alles zu dem Zeitpunkt, als ich eine Familie gegründet habe. Mein Leben wurde etwas ruhiger, ich verbrachte mehr Zeit zu Hause und das hat halt zu meinem Lifestyle zu der Zeit gepasst. Yeah, das war jetzt eine lange Geschichte um einfach „ja“ zu sagen. [lacht]

Wie viel Zeit verbringst du denn mit deiner Kunst?
In den letzten Jahren habe ich, neben der Zeit mit meiner Familie, bestimmt 80 Prozent oder mehr mit Kunst verbracht. In den letzten sechs bis acht Monaten hat sich das allerdings ein bisschen verändert, ich skate wieder mehr, cruise durch die Gegend, hänge in Skateparks rum. Ich versuche da jetzt einen guten Mittelweg zu finden, aber bei mir ist es so, ich bin schnell besessen von einer Sache und fokussiere mich dann nur noch darauf


Du hast einige Arbeiten mit Duane Peters und Tony Alva gemacht, was ist der Grund dafür?
Ich liebe Duane Peters! Er ist einer meiner All-Time-Favourites und neben dem Fakt, dass er mich sehr inspiriert hat, kenne ich ihn auch. Wenn ich etwas mit ihm mache kommt etwas Gutes dabei raus. Manchmal erhalte ich auch Aufträge, z.B. ein Stencil für Transworld zu machen. Für deren 30-Jahre Jubiläum habe ich Einiges gemacht. Außerdem sind diese Jungs Legenden und ich verbinde mit ihnen, was sie für Skateboarding getan haben. Ihr Style, ihr Charakter, ich fühlte mich davon immer stärker angezogen, als von Technik und so was. Ich stehe einfach auf Klassiker. Von Tony Alva wollte ich ein Portrait schießen, weil ich anfangen wollte Leute zu fotografieren die mir über den Weg liefen. Inzwischen fotografiere ich die Vorlagen für die Stencils lieber selbst, anstatt mit geklauten Bildern zu arbeiten. Damit hab ich zwar immer noch kein Problem, aber man versucht ja ständig neue Dinge auszuprobieren.

Gibt es Künstler die dich inspirieren oder versuchst du einen ganz eigenen Ansatz zu verfolgen?
Ich werde von allen möglichen kreativen Dingen inspiriert, aber ich liebe Robert Rauschenberg. Nicht dass ich denke, meine Kunst sei wie seine, aber er war der erste Künstler den ich mochte. Ich begann in meiner Kindheit mich für so was zu interessieren und stand auf diesen ganzen Pop Art Kram, Andy Warhol und so. Dieses Wiederbeleben von Bildern, in dem man Kontraste bricht und nutzt. Und den Stencil-Künstler Logan Hicks mag ich wirklich, obwohl meine Kunst nichts mit seiner gemein hat. Dann liebe ich natürlich Sheppard Ferry, aber ich muss wirklich sehr stark aufpassen, nicht genau das zu machen, was er macht. Mein Favorit jedoch ist und bleibt Robert Rauschenberg, der inspiriert mich sehr. Ich liebe diesen Grad zwischen dem Schönen und dem Dreckigen. Das ist ein ganz kleiner Bereich in dem ich mich versuche zu bewegen und genau da verorte ich Rauschenbergs Arbeit. Ich mag das.

Man kann die Schönheit ja auch nur sehen, wenn sie ein klein wenig gebrochen wird und nicht alles komplett perfekt ist.
Ja genau! Aber weißt du was? Gleichzeitig steh ich total auf die Pop Art Bewegung der Sixties. Ob das jetzt [Roy, Anm. d. Red.] Lichtenstein oder Warhol oder Rauschenberg sind, ich liebe all das. Außerdem stand ich sowieso immer auf diese Zeitperiode und habe ihre Designs geliebt, egal welcher Art. Die Häuser, die Autos, die Kunst, die Möbel, die Kleidung, ich stand immer total auf die Mid-Sixties. Den Arbeiten hier merkt man das nicht an, aber ich liebe diese Zeit wirklich.

Die meisten deiner Werke sind ja auf Skateboarding bezogen, machst du auch noch anderes?
Ich mache auch noch andere Sachen, aber diese Arbeiten hier sind mit dem Ziel entstanden, etwas mit Skateboarding zu tun zu haben. Sie waren eigentlich nicht für die Bright geplant, sondern für meine Ausstellung „Concrete Thread“ und ja, es war von Skateboarding inspiriert.

Aber du machst auch noch anderen Sachen?
Ja, im Moment versuche ich etwas Neues zu finden. Ich weiß noch nicht genau was, aber ich bin bereit mich weiterzuentwickeln und etwas anderes zu probieren. Wir werden sehen, man weiß ja nie was kommt.

Wie reagieren denn Leute außerhalb von Skateboarding auf deine Kunst?
Ich bekomme nicht so viel Feedback, die Leute die es sich im Moment ansehen sind alles Skater. Wenn sich andere Leute meine Arbeiten anschauen bekomme ich allerdings meist ziemlich gutes Feedback. Ich weiß nicht genau was ich damit anfangen soll, ich war noch nicht wirklich erfolgreich. [lacht] Aber ich krieg, wie gesagt, nicht so viel Feedback von außerhalb der Skateszene, es sind wirklich meist Skater.

Hattest du schon viele Ausstellungen in Gallerien?
Ich hatte bisher keine großen Einzel-Ausstellungen, aber ich war Teil einiger Ausstellungen von mehreren Künstlern. Ich möchte aber wirklich versuchen, die Leiter immer weiter hinauf zu klettern, denn wenn ich das nicht mache, wird mir langweilig. Und obwohl ich es wirklich genieße, das alles nur für mich selbst zu tun, habe ich trotzdem das Gefühl, dass ich damit etwas versuchen sollte. Aber in der Kunstwelt ist es wirklich hart den Durchbruch zu schaffen, besonders wenn man nicht auf die Kunsthochschule gegangen ist, nicht die ganzen Connections hat und nicht mitten am Puls der Kunstszene lebt. Ich bin zu Hause und nicht jede Nacht in L.A. um irgendwelche Leute zu treffen. Ich werde auf jeden Fall weitermachen, aber momentan will ich noch mehr skaten gehen, darauf fokusiere ich mich im Moment.

Wenn Skater, die dieses Interview lesen, an deiner Kunst interessiert sind und ein Werk von dir ergattern möchten, wie läuft das?
Ihr könnt auf meine Website gehen: losthighway66.com. Da gibt es einen Store. Ich habe jetzt nicht so viele originale Arbeiten, aber ich mache auch Prints und den ganzen Stuff. Aber ihr könnt mich kontaktieren, wenn ihr Interesse an Originalen habt.

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