Share

News

Die Welle Wedding – Interview mit David Lichtenauer

Das „3Eck“ Kollektiv aus Berlin ist eine Gruppe an Leuten, die verschiedenste kreative Projekte im Bezug auf Skateboarding umsetzen. Die neueste Idee nennt sich „Welle Wedding“ und sieht wieder dermaßen interessant aus, dass wir uns mit David Lichtenauer, dem Projektleiter der ganzen Aktion, unterhalten haben.

Hallo David, stell doch als erstes das „3Eck“ Kollektiv mal vor.
Das „3Eck“ Kollektiv ist eine Gruppe von Leuten und wir haben uns gefunden, als wir nach Berlin gekommen sind. Das war im Jahr 2009 und der Grundgedanke dahinter hat eigentlich nichts mit der Form des Dreiecks zu tun, sondern dieser Dreiecks-Gedanke, dahinter stehen drei Pole. Das ist zum Einen der Naturgedanke, dann die Gesellschaft, also sozusagen das, was den Menschen in seiner Position hält und dann die Kunst als der Weg aus der Gesellschaft wieder zurück zur Natur. Von Anfang an dabei waren Hannes Schilling, Tobias Thomas, Tim Herten, Lars Noll, Manuel Schamberger und Ich. Das waren so die ersten Leute und da sind dann über die Monate mit den verschiedenen Projekten noch viele andere Leute dazu gekommen. Das ist mittlerweile nicht mehr eine abgesteckte Grenze, sondern eine Gruppe von Leuten, die zusammenarbeiten.

Also ihr habt euch alle in Berlin getroffen, kommt aber aus unterschiedlichen Orten?
Genau, wir sind zum Teil aus Bayern, viele kommen aus der Aachener Gegend, aus Kalifornien kommt noch einer von uns und aus Paris haben wir auch noch Leute.

Hinter dem Dreiecks-Gedanken stehen drei Pole: Das ist der Naturgedanke, dann die Gesellschaft und die Kunst als der Weg aus der Gesellschaft wieder zurück zur Natur

Und was war dann der Grund, dieses Kollektiv zu gründen?
Es ist kein klassisch gegründetes Kollektiv, sondern es ist einfach eine Gruppe von Leuten, die zusammen angefangen haben Projekte zu realisieren. Jeder macht so seine eigenen Sachen und wir sind in der Gruppe zusammen, wenn wir gemeinsame Projekte machen.

Wie habt ihr denn zusammengefunden?
Wir haben uns zum Skaten getroffen und haben gemerkt, dass wir uns halt künstlerisch viel zu sagen haben und uns stark gegenseitig beeinflussen. Es geht um das Künstlerische und vor Allem um den Gedanken, mehr gemeinsam zu schaffen. Was wir meistens machen sind Sachen in Richtung soziale Plastik. Joseph Beuys ist maßgeblich beeinflussend.

Was habt ihr bisher schon an Aktionen umgesetzt?
Es gab zum Beispiel bei „48 Stunden Neuköln“ die „Dreieckige Pyramide“, das war auch ein Skateboard Projekt. Dann gab es verschiedene kleinere Ausstellungen. Wir waren vor kurzem in München, bei einer Gruppenausstellung und haben da was gemacht. Die heißt „The Open Door“. Dann die dreieckige Rampe im Stattbad Wedding und dann arbeiten wir gerade noch an einer anderen Ausstellung, die wir auch im Stattbad machen würden, vielleicht parallel, mit der „Welle“. Dann natürlich die „Welle“. Und jetzt noch eine Ausstellung in Bayreuth, die dann parallel laufen wird.

„Die Welle“ ist ja jetzt ein relativ spektakuläres Projekt. Wie seid ihr denn auf die Idee gekommen, das zu machen?
Die Idee steht schon lange im Raum. Ich wollte einfach gerne noch mal eine Rampe im Stattbad bauen. Am Anfang eine Minirampe und hinten dann noch ’ne Quarter anbauen. Wir haben im Stattbad schon mal eine kleine Welle gebaut, das war für eine „Wedding Kunst Festival“ Aktion, aber eine flache Welle, die dann in einer Quarter geendet ist. Und dann war ich zusammen mit dem Tim Herten in dem Raum gestanden und der hat so eine Handbewegung gemacht und gemeint ob das nicht cool wäre, wenn hier auch noch eine Welle wäre. Das hat mich dann auf die Idee gebracht, diese Welle zu gestalten. Das hat dann irgendwie einen Schalter umgelegt und dann hatte ich die plötzlich vor Augen, wie sie aussieht.

Wie soll denn das Projekt genau aussehen, da ist ja alles Mögliche angedacht. Was genau, soll das am Ende werden?
Das Projekt läuft im Endeffekt wieder unter dem Motto der sozialen Plastik. Man baut ein Kunstwerk, bringt dann Leute darauf, daneben und darum dazu selbst kreativ aktiv zu werden und die ganzen Sachen, die darauf stattfinden können, das sind alles Modelle was passieren kann. Das ist von uns gar nicht so durchgeplant und vorgegeben. Klar werden wir da selbst wieder eine Ausstellung drum herum machen, aber das Hauptaugenmerk liegt darauf, dass wir diese Sache bauen. Mit den Locals und Leuten die Lust haben mit zu machen. Und dann eben anderen Leuten Möglichkeiten geben. Obwohl das Projekt überhaupt noch nicht sicher stattfindet, haben wir schon viele Anfragen von Leuten gehabt, die gerne was darauf machen wollen. Und genau das ist das, dass Leute in der Zeit in der das steht, eine Plattform erhalten um frei machen zu können, was sie wollen. Kinoabende, Theatervorführungen, Ausstellungen, Konzerte etc.

Du hast gesagt, das ist noch nicht ganz sicher. Wie realistisch ist es denn, dass das Projekt zustande kommt?
Das Stattbad verhandelt gerade mit einem größeren Partner, der überlegt was in diesen Pool reinzubauen und wenn das gemacht wird, wäre der Pool für die nächsten drei Jahre blockiert. Das heißt, dann könnte das Projekt nicht stattfinden. Aber falls diese Sache nicht zustande kommt, oder erst in sehr fernerer Zukunft, was gut sein kann, dann hat das Projekt sehr gute Karten.

Baut ihr die Rampen eigentlich alle selbst oder holt ihr euch dann noch Leute dazu?
Ne, ich bin selbst Rampenbauer, ich mache Bühnenbild- und Skateboardrampenbau und übernehme die Planung und die Bauleitung. Das Kollektiv kommt dann immer zusammen, aber natürlich sind auch andere Leute eingeladen, die Lust haben mitzuhelfen.

Ich denke mir, dass die Welle ziemlich teuer wird. Wie finanziert ihr euch?
Es gibt Ansprechpartner mit denen ich verhandeln werde, sobald es sichere Zusagen von Seiten des Stattbads gibt. Das wird dann aber eher über die kulturelle Schiene laufen und nicht über die Sponsoring Schiene. Das verfehlt den Zweck. Wir wollen ein gemeinnütziges Projekt machen, das eben nicht dem Zweck der Werbung dient.

Wenn das alles so umgesetzt werden kann, wie ihr das plant, wann würde „die Welle“ dann entstehen und wie lange würde die stehen bleiben?
Die Grundidee ist, das zur nächsten Winter Saison durch zu bekommen. Dass man wirklich sagen kann man fängt im September an zu bauen, wäre dann mit einem Monat oder anderthalb Monaten Bauzeit, Mitte Oktober fertig und könnte pünktlich zur Winter Saison 2013/14 eröffnen und das dann über den Winter stehen lassen. Die Welle wird auf jeden Fall gut angenommen werden, aber es soll temporär bleiben. Mehrere Monate wird es schon stehen, wie lange genau, das muss im Einzelnen aber noch geklärt werden.

Na dann hoffen wir das alles klappt und sind gespannt auf das Ding.

Share

Geschäftsbedingungen

Gib bitte deine Email Adresse an, damit wir dich mit News, Updates und den neuesten Angeboten versorgen können. Falls du nicht mehr interessiert bist, kannst du dich jederzeit abmelden. Wir geben deine Daten nicht an Dritte weiter und werden dir nur Nachrichten schicken, die dich auch interessieren. Versprochen!

Read our full Privacy Policy as well as Terms & Conditions.

production