Erzähl´ mal was über die Entstehung des Buchs. Wer hat sich das ausgedacht? Wie lange habt ihr geplant, etc.?
Schon in den 90ern, als ich regelmäßig das Monster Mag gelesen habe, hatte ich die Idee im Kopf, so etwas einmal selbst zu machen – ein eigenes Buch über das, was wir erlebt haben, über die Leute, mit denen wir unterwegs waren. Als ich neulich das YouTube‑Video von Danny Sommerfeld sah, hat es sofort wieder Klick gemacht. Genau wie Danny sagt: „Ein Buch zu produzieren, das wäre es!“ Dieser Gedanke stand gefühlt schon ewig auf meiner inneren Bucket List.
Über die Jahre konnte ich beobachten, wie sich die Skateszene hier in Göttingen immer wieder erneuert hat. Als Unistadt haben wir einen ständigen Wechsel an Menschen – und damit auch an Skatern, die für bestimmte Lebensphasen Teil der Szene sind. Spannend war für mich vor allem die Frage: Was verändert sich eigentlich wirklich? Und wie sehr spielt Nostalgie eine Rolle, vielleicht auch ein bisschen Vergangenheitsbewältigung?
Während der Bildrecherche hörte ich häufig den Satz: „Als ob wir in den 80ern ständig ’ne Polaroid dabeigehabt hätten …“ Aber ich wusste, dass es immer Leute gab, die Skateboarding dokumentiert haben. Die größte Herausforderung bestand deshalb eher darin, die Leute über Jahre hinweg zu motivieren, ihre Schuhkartons im Keller zu durchforsten und die alten Fotos irgendwie digital aufzubereiten.
Am Ende hat ein professioneller Grafiker aus all diesen Fragmenten ein richtiges Buch gestaltet. An dieser Stelle auch ein großes Danke an @def_ink, der früher den „End2End“ Skateshop (R.I.P.) hier in Göttingen betrieben hat. Natürlich sehen die Polaroids nicht aus wie iPhone‑Fotos – aber zusammen ergeben sie trotzdem ein stimmiges, authentisches Gesamtbild.
Im Grunde ist es ein Fotobuch von einer Internetdruckerei, gemacht für mich und meine Freunde. Nur eben etwas liebevoller, etwas aufgeregter – und framed wie ein kleines Zeitdokument. Hahah.

Bist du mit der Resonanz bzw. mit den Verkäufen zufrieden?
Es war nie das Ziel, damit irgendwie Kohle zu scheffeln. Das Buch war für „uns“ gedacht – und vor allem für die gemeinsame Session, um alle Leute mal wieder zusammenzubringen. Die Kids von heute haben ja zum Beispiel keine Ahnung, wer Jan Kliewer ist oder dass vor 40 Jahren Leute Streetplants auf ihrem Pausenhof gemacht haben.
Klar kostet der Druck etwas und auch der Grafiker wollte bezahlt werden, deshalb musste ich das Buch verkaufen. Aber bei einer Auflage von 150 Stück komme ich am Ende ungefähr bei plus/minus Null raus.
Ein paar Exemplare sind noch verfügbar – also, falls das hier jemand liest: Schickt mir eine DM bei Insta.
