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Gastblog

Gastblog #1: SOTY 2012 – Quo vadis, Skateboarding?

Es ist wieder einmal soweit und ihr habt’s vermutlich alle mitbekommen: Das Thrasher-Mag vergibt bald den Skater-of-the-Year-Award. Bis der SOTY 2012 den kleinen Goldjungen – laut Marc Johnson (SOTY 2007) sowieso „the only award that matters”“ – in die Luft recken und sich danach auf Blattkosten wunderbar volllaufen lassen darf, sind es zwar noch ein paar Tage, auf der Thrasher-Website darf aber schon kräftig ge-online-voted werden. Ein Novum, übrigens. Bisher lag die Entscheidung, wer sich die Trophäe aufs Kaminsims stellen darf, de facto bei Thrasher-Fronthaubitze Jake Phelps. Die Kriterien, nach welchen der Phelper entschied oder welche Hilfsmittel zur Wahrheitsfindung er sich dabei einflößte, sind nicht wirklich bekannt. Aber mitnichten geht der Gold-SOTY zwangsläufig an den Skater mit dem brachialsten Videopart des Jahres; manchmal hatte es eher den Anschein, den Titel bekomme einfach der Dude, mit dem der Phelper gerade am downsten ist. Dieses Jahr wird das ein bisschen anders. 48 Skater stehen auf dem Wahlzettel. Achtundvierzig! Darunter Allzeit-Heroen wie Reynolds, Greco, MJ und Koston, Upcoming Legends wie Austyn Gillette, Pretty Boy Dylan Rieder und Leo Romero und die Young Guns mit David Gonzalez, Jaws oder Figgy. Auch ein paar eher zweifelhafte Gestalten sind dabei, unter anderem Forrest Edwards, der grimmige Kettenraucher-Grinch. Seien wir ehrlich: Das sind viel zu viele. Und das liegt nicht daran, dass diese Leute den Titel nicht verdienen würden. Zwei Drittel der Namen gehören ohne Frage auf eine Liste wie diese. Sei es fürs Lebenswerk (Koston & co.), ultraharte Interviews (David Gonzalez), Videoparts die so brutal zum Zuschauer sind wie ein Uwe-Boll-Film (Figgy), immer solide Contest-Ergebnisse (Nyjah Huston, Ryan Decenzo & Shane O’Neill) oder ein unmenschliches Talent, auf dem Board zu stehen (Austyn Gillette), das man vermutlich nur verdient, wenn man in einem früheren Leben Mutter Theresa war.
Eine nervige Frage bleibt nur: Was davon verdient denn nun den Titel?

Wählen wir den zum Besten von uns, der sich die immerselbe Stange runterwirft, um schließlich einen halben Quadratmeter Haut und ein paar Tausend Gehirnzellen gegen Hammer Covershot oder Video-Ender zu tauschen? Oder den, der zwar keine 18er Rails defloriert und eher am Curbspot abhängt, dafür aber mit zentnerweise Style in endlosen Video Lines klarstellt, dass Skaten geradezu lächerlich einfach für ihn ist? Wählen wir den Heizer, der mehr Hügel bombt als die Air Force in den vergangenen 80 Jahren? Den beständigen Contesthelden, der jeden Trick auf eins nagelt? Oder vielleicht den Transition-Ripper, der jede Betonwelle in Grund und Boden rippt? Und für jedes Beispiel stehen mindestens drei Namen auf der Liste. Wer ist denn jetzt der Beste von uns, verdammtnochmal?! Beim olympischen Springreiten ist das alles viel einfacher. Ätzend! Eins zeigt sich allerdings an dieser Aufstellung recht deutlich: Skateboarding ist heute so divers wie noch nie. Alles geht. Die großen Trends innerhalb Skateboardings sind allesamt vorbei. Mitnichten ist damit die oh-so-hippe Snapback oder deine doppelt umgekrempelte Buchse gemeint. Styletrends gibt’s immer und manchmal sind sie so hässlich wie Scheren-Treflips. Du kannst, aber du musst nicht mehr: Kein Street-Zwang mehr wie zu Big-Pants-Small-Wheels-Zeiten. Kein Stangen-Zwang mehr wie um die Jahrtausendwende. Du musst noch nichtmal mehr Switch Bigspins können wie nach Spankys erstem Part. Alles komplett wurscht. Jeder kann machen, was er will. Und vielleicht damit Skater of the Year werden. Das ist irgendwie ein ziemlich beruhigender Gedanke. Denn eigentlich ging es beim Skateboarding doch immer schon darum, sich zu finden und auf vier Rollen genau das zu tun, was die immer zornige innere Stimme einem befiehlt. Und – nicht zu vergessen – generell einen entspannten Beischlaf drauf zu geben, was der nächste Django darüber denkt.

In diesem Sinne: Vote for Fred Gall. Oder Chris Pfanner!

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