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Yannick Stechmeyer-Emden | Portfolio & Interview

Am Montag ist „J’te Kif“, das Full Length Video der Stuttgarter Company Grotesque, bei uns online gegangen, das nicht nur durch gutes Skaten überzeugt, sondern auch eine stylishe Aufmachung besitzt. Verantwortlich dafür ist u.a. Yannick Stechmeyer-Emden, der neben einem ziemlich freshen Part im Video auch in puncto Animationen und Grafik vertreten ist. Wir wollten mehr darüber erfahren.

Hi Yannick, den Namen Stechmeyer-Emden kennt man jetzt noch nicht so. Stell dich doch kurz vor.
Also, ich bin in Hannover geboren und dann zur Einschulung in den Süden, in eine Kleinstadt namens Bretten gezogen. Die liegt zwischen Karlsruhe und Pforzheim und beherbergte schon damals eine gute Szene, u.a. auch Legende Fitschi. Dort hab ich dann mit 8/9 Jahren angefangen zu skaten. Nach dem Abi hab ich dann ein halbes Jahr Praktikum in einer Werbeagentur gemacht und bin nun seit zwei Jahren in Stuttgart und studiere Kommunikationsdesign.

Wie bist du zum Design gekommen und was machst du noch neben Grotesque?
Mir hat malen und zeichnen schon immer Spaß gemacht, z.B. als Kid in der Schule Geschichten nicht nur zu lesen, sondern dazu auch ein Bild zu malen. Damals habe ich auch Skateboard Tricks Bild für Bild auf Abreißzettel gemalt und so Casper-Slides im Daumenkino Format gehabt. Mit 15 & 16 Jahren habe ich mir dann zwei Mal den Arm gebrochen und in der Zeit auch das erste Mal eine Kamera in die Hand bekommen. Also war ich für die Zeit das Kid, das den ganzen Tag trotzdem im Park rumgehangen ist – nur eben um Fotos zu schießen und mit diesen Abends am Computer in Photoshop Testversion herumzuspielen. Irgendwann kamen dann neue Programme und eine analoge Kamera dazu und alles nahm seinen Lauf. Neben Grotesque nimmt mein Studium gerade einen großen Teil ein. Zudem arbeite ich bei Projekten wie „Mister Wilson“ mit und bearbeite kleine Aufträge.




Wie würdest du Grotesque beschreiben?
Grotesque ist individuell mit Liebe zum Detail und viel Handarbeit. Die Grafiken sind eine Mischung zwischen Abstraktheit und rotem Faden. Einer der Gründer, Dennis Ulbrich, malt auch viele der Grafiken und das in einem sehr abstrakten und farbenfrohen Stil, ich dagegen bin eher angewandt und schwarz/weiß. So entstanden zwei Pole, die seitdem gut funktionieren. Die ganze Company ist eine richtige Familie, jeder steuert seinen Teil bei. Im Keller druckt Mitgründer und Druckmaster Luis Schumacher die Klamotten am hauseigenen Siebdruckkarussel. Max Wildenmann filmt, schneidet und ist der „Chef“ vom Ganzen.

Du gestaltest in vielen unterschiedlichen Stilen. Welche bevorzugst du und warum?
Ich fand schon immer die Bandbreite von Gestaltung faszinierend und realisierte schnell, das man viele verschiedene Sachen und Bereiche beherrschen muss, um vielleicht auch irgendwann davon zu leben. So fesselte es mich, das man ein Foto schießen und es auf viele Wege „fotografisch“ verändern, aber genauso als Grundlage für eine Illustration oder Collage nehmen kann. Vielleicht hat mich das bis jetzt noch nicht festgefahren und lässt mich zwischen verschiedenen Stilen springen. Meine größte Liebe gilt aber „Illustrator“, da man hier einerseits auf einer riesigen Leinwand frei arbeiten kann und andererseits Zeichnung und Fotos in Illustrationen verwandelt werden.

Du hast für das Video Aquarell-Animationen gezeichnet. Haben dich die Acid Drops Sachen von Matt Box inspiriert?
Ich hatte in der Zeit vom Video meinen Wasserfarbkasten wieder gefunden und damit ein bisschen herumgespielt. Als ich dann das Logo und den Schriftzug auch in Wasserfarben malte, kam mir die Idee. Meine Inspiration kam von der Erinnerung an einen ganz alten „fully flared capture contest entry“ in dem Jemand gut zehn Lines in Illustrator nachgemalt hatte. Ich weiß noch wie ich damals dachte, krass! Das hat mich auf jeden Fall fasziniert und motiviert, auch die ganze Ästhetik von einem auf weiß freigestellten Skater, reduziert auf das Nötigste.

Das war sicher ein Haufen Arbeit. Hast du das Frame für Frame abgemalt?
Für die Animation habe ich mir von jedem Clip eine Auswahl an Frames genommen, den Skater ausgeschnitten und in sehr geringer Deckkraft ausgedruckt. So kannte ich die Richtung und konnte loslegen. Durch die Wasserfarben bekamen die Flächen wieder Bewegung und einen reduzierten, aquarellen Charakter. Nach ein paar Versuchen gefiel es mir und ich habe mich ans Ausschneide-Druck & Mal-Fließband gesetzt!

Mein Lieblingsdesign ist die Döner-Grafik. Wie bist du da drauf gekommen?
Haha, ich glaube die kam irgendwann in einer wasted Karlsruhe Nacht beim Döner essen. Das Motiv von dem Döner Mann ist eigentlich schon so classic, da müsste es viel mehr geben. Ich weiß noch, dass wir zu der Zeit neue Sticker machen wollten und da passte der ziemlich gut rein. Sollte man vielleicht mal nachbestellen, ist heiß begehrt!

Du fotografierst ja auch viel. Erzähl mal.
Ich hatte einige Zeit eine kleine Digicam, doch hab dann mit 15 vom Opa seine analoge Minolta x700 bekommen. Ab da habe ich die Digitale so gut wie gar nicht mehr angefasst. Alles hat einfach viel mehr wert, wenn man es analog schießt. Die Farben waren satter und die Fotos ausgewählter. Ich nahm mir mehr Zeit um ein Bild zu schießen, um mir dann auch sicher zu sein, dass es eine Perspektive oder Komposition gibt. Ich dachte mir, wenn ich alles in einem analogen Foto haben kann, warum sollte ich es dann digital 50 Mal schießen, mir dann das beste raussuchen und es noch nachbearbeiten? Irgendwann lernte ich natürlich mehr darüber und weiß, dass analog auch nicht bei allem das Passendste ist. Trotzdem ist die Minolta immer noch mein stetiger Begleiter und die erste Wahl. Bei Grotesque passt diese Art der Fotografie sehr gut rein, da es noch einen down-to-earth Charakter hat und in der Art der Bilder wiedererkennbar ist. Wir mögen das minimale verschwommene im Bild, das ist wie als würde man in dem Moment gerade blinzeln.

Mehr Bilder findet ihr auf Yannicks Blog.

Skaten, fotografieren, malen, designen – womit identifizierst du dich am meisten und wie beeinflusst sich das gegenseitig?
Ein großer Teil macht natürlich einfach skaten aus. Ich versuche jeden Tag mit den Ombres raus zu gehen und eine gute Session zu fahren, gute Sachen erleben. Das ist wie wir sagen würden „besteleben“! Da entstehen Ideen, Fotos und Inspiration. Mit dem Studium geht die andere Seite auch in eine gute Richtung und es macht Spaß Skaten und Grafik zu verbinden. Auch Grafik ohne Skaten ist wichtig und bezahlt hoffentlich irgendwann die Rechnungen, wobei die Kombination natürlich zu bevorzugen wäre.

Na dann viel Erfolg dabei und danke für das Interview!

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