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Reha Tipps

Erste Hilfe für Skateboarder – Teil 2 (Sprunggelenk)

Dein Fuß ist die direkte Verbindung zu deinem Skateboard und das Sprunggelenk ist, wie unsere Untersuchung aus der letzten Ausgabe zeigt, das am häufigsten verletzte Gelenk mit einem Gesamtanteil von 29%. Ohne ein funktionierendes Sprunggelenk ist das Abspringen, das Landen und das flippen deines Boards nicht optimal möglich, deswegen solltest du es immer pfleglich behandeln. Die meisten von euch werden es schon mal erlebt haben: Lange Zeit geht es dir gut und plötzlich passiert es. Du knickst um, es folgt ein ruckartiger Schmerz und im schlimmsten Fall schwillt dein Fuß noch auf Elefantenfußgröße an. Was tun, wenn dein Schmerzgefühl groß ist, der Fuß sich nicht mehr bewegen lässt und an auftreten erst gar nicht mehr zu denken ist?


[Text: Stephan Lorenz (Physiotherapeut B.SC.)]

DOC

Egal wie oft du das Spielchen schon mitgemacht hast, ab zum Arzt und untersuchen lassen, denn es soll nach der Verletzung alles wieder so sein wie vorher. In Abhängigkeit von deinem Verletzungsgrad entscheidet sich dann der behandelnde Arzt für eine Rehabilitationsmaße wie eine Aircastschiene, einen Gips oder selten auch eine OP. Oft verschreibt der Orthopäde nach einer längeren Belastungspause für deinen Fuß eine physiotherapeutische Behandlungsserie, die du auf jeden Fall wahrnehmen solltet.

RISK-MANAGEMENT

Schon ein sechswöchiges Balancetraining nach einer Sprunggelenksverletzung kann das Risiko sich erneut zu verletzen nennenswert vermindern. Denn trotz der Behandlung bleibt das Risiko einer erneuten Verletzung hoch, laut unserer Studie haben sich 18% der gesponserten Skateboarder mehrfach am Sprunggelenk ernsthaft verletzt.

VORRAUSSETZUNGEN

Um das Rehabilitationstraining erfolgreich durchzuführen müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein: Du solltest erst mit dem Training beginnen, sobald dein Fuß nicht mehr angeschwollen ist, du deinen Fuß frei Bewegen kannst und du deinen Fuß/Sprunggelenk ohne Schmerz voll Belasten kannst! Diesen Zeitpunkt solltest du in Absprache mit deinem Orthopäden oder Physiotherapeuten ermitteln. Belastest du dich zu früh oder zu intensiv, besteht das Risiko einer bleibenden Instabilität, also auch das Risiko, dass du wieder umknickst. Bevor du wieder voll in das Skateboardbusiness einsteigst, solltest du keine wiederkehrende Schwellungen im betroffenen Bereich haben, dein Gelenk sollte sich stabil anfühlen und die Muskelkraft muss vorhanden sein. Mindestens 90% deiner Maximalkraft, im Vergleich zum „gesunden“ Bein, sind zu empfehlen.

TRAININGSZEIT

Die Frequenz des Trainings hängt von deinem Heilungszustand ab. Check das also mit deinem Sportmediziner und oder Physiotherapeuten gegen. Beginnst du einmal mit dem Rehatraining, ist ein hohes Maß an Kontinuität und Selbstdisziplin erforderlich. Das Training sollte auch nicht mit Beginn des Skatens aufhören, sondern parallel als Ergänzung durchgeführt werden. Ein Trainingszeitraum von 8-10 Wochen sind für ein effektiven Erfolg zu empfehlen. Deine Trainingsintensität sollte so viele aktive Trainingseinheiten wie möglich beinhalten sowie die nötigen Pausen. Höre auf dein Körpergefühl, überlaste deinen Fuß nicht und gib deinem Körper Zeit sich auszuruhen. Ein Anhaltspunkt für dich:3 x 15 Wiederholungen, 3 mal täglich (Morgens, Mittags, Abends)

TRAININGSÜBUNG UND AUSFÜHRUNG

Ein Schlüsselelement der gezeigten Übung ist, dass du darauf achtest, dass du deine Kleinzehenseite (Außenseite) hochziehst (siehe Bildsequenz 2-3) und dann deinen Fuß abstellst. Am Ende der Übungssequenz angekommen, wiederholst du diese Übung erneut und wechselst nach jeder Serie das Bein. Achte auf eine langsame und saubere Ausführung der Trainingsbewegung und immer unter Berücksichtigung von deinem Schmerzempfi nden. Schmerzen dürfen kurzfristig auftreten, aber nicht kontinuierlich bestehen bleiben!

TRAININGSGERÄT/INTENSITÄT

Um das Training nicht einseitig zu gestalten, kann die vorgestellte Übung auch in ihrer Intensität gesteigert werden. Das Theraband ist in unterschiedlichen Stärken erhältlich. Zu empfehlen ist mit einem leichten Theraband zu beginnen und sobald du die Übung beherrschst, auf ein stärkeres Theraband zurückzugreifen. Oft sind die unterschiedlichen Stärken durch farbliche Unterschiede eines Hersteller gekennzeichnet. Eine weitere Steigerungsform ist das Schließen deiner Augen während der Übung. Probier es aus!

PASSIVE MASSNAHMEN

Die passive Alternative zur Unterstützung deiner Stabilität im regenerierenden Sprunggelenk sind Tapeverbände oder auch Sprunggelenksschienen. Der Vorteil an diesen Stützen ist, dass sie dein Sprunggelenk stabilisieren und dir ein Gefühl der Sicherheit bzw. Stabilität vermitteln. Sie vermeiden Verstauchungen durch limitierte Bewegungsvorgaben. Du musst aber wissen, dass diese Applikation keinen Einfluss auf deine Balance, Muskelkraft sowie auf die Muskelaktivität deiner Unterschenkelmuskulatur hat.

QUINTESSENZ

Passive Maßnahmen schützen dich am Anfang der Rehabilitation vor einer erneuten Verletzung und vermitteln dir ein sicheres Gefühl. Um deine Bewegungsfreiheit vollständig wieder zu erlangen und um deine Unterschenkel- und Fußmuskulatur zu kräftigen, ist ein regelmäßiges zusätzliches Training notwendig. Darüber hinaus ermöglicht dir dein Rehabilitationstraining das Risiko einer erneuten Verletzung zu minimieren. Bedenke, dass die Rehabilitationsübungen nicht sofort das Verletzungsrisiko mindern und du das Training parallel zum Skaten fortführen solltest. Nutze aber in jedem Fall die Unterstützung deines sportmedizinischen Experten. Bis dahin, Get Well Soon!

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