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Der Junge den sie Sheriff nennen – Interview mit SOTY Ishod Wair

Als wir am Wochenende auf der Nike SB Chronicles Vol. 2 Premiere in Paris Ishod Wair trafen, da wussten wir noch nicht, dass er bereits heute zum SOTY ernannt werden würde. Verdient hat es der sympathische Philly Local aber auf jeden Fall. Wir freuen uns für ihn und sagen Glückwunsch Ishod!


[Interview: Stefan Schwinghammer | Fotos: Oliver Tielsch]

Hallo Ishod, klär mich als Erstes mal auf, wie wird deine Name richtig ausgesprochen?
Manche sagen Ei-Schot oder I-Schot, aber bitte nenn mich nicht Ie-Schot.

Wie oft singen dir Leute eigentlich „I shot the sheriff“ vor?
Vor ein paar Jahren hat mir ein Homie den Spitznamen Sheriff wegen diesem Song gegeben und ich hab das erst gar nicht verstanden, als er angefangen hat zu singen. Seitdem bin ich für einige meiner Freunde „der Sheriff“.

Ich hab dich in Barcelona bei der Street League gesehen, als du von der Streetfläche in den Fahrerbereich gestagedived bist…
Ja, ich hab das gemacht, weil Cory (Kennedy) und ich am Vortag hart gefeiert haben, in so einem Club namens Jamboree. Wir waren betrunken auf der Bühne und sind abgegangen und über eine Absperrung runtergesprungen, auf die Leuten und den Boden. Und am nächsten Tag hab ich ihn dann schreien hören: „Stagedive nach deinem Run!“ Dann hab ich einen Trick gelandet und hab’s einfach gemacht.

Du hast also auch Spaß auf solchen Großveranstaltungen wo Millionen Augen auf dich gerichtet sind und bist nicht nervös oder gestresst?
Dass die Leute mich anschauen stört mich nicht wirklich. Da machen mich eher die Skater nervös die mitfahren und mit deren Skatevideos ich aufgewachsen bin, weil ich mir denke: Wer bin ich denn schon groß? Das da drüben ist P-Rod und der zerstört gerade alles. Überhaupt jeder der dabei ist. Tommy Sandoval, ich liebe seinen Part im neuen Zero Video. Der sollte vielleicht mal ein bisschen ruhiger machen. Der hat in dem Part ja alles zerlegt.

Rails gehören eigentlich eher zu den einfacheren Dingen die man skaten kann. Du loggst ein und chillst

Er ist ja auch in der engeren SOTY-Wahl, genau wie du. Wen würdest du denn wählen?
Westgate! Keiner kann die Spots fahren, die er fährt. Wenn dich jemand fragt, ob du zu einem Westgate Spot willst, dann ist die Chance groß dass du sagst: Nö, lieber nicht. [lacht] Er macht die verrücktesten Tricks.

Du kannst aber auch die unterschiedlichsten Spots fahren. Du fährst Street League Contests, Curb Lines in Philly, Rails und Hubbas in deinem Nike Part. Wie ist da deine Vorgehensweise, wie entscheidest du wenn du rausgehst, was du skaten willst?
Das hängt davon ab. An manchen Tagen kann ich z.B. keine Rails skaten, obwohl Rails eigentlich eher zu den einfacheren Dingen gehören die man skaten kann. Du loggst ein und chillst. Du kannst durch deine Geschwindigkeit auch bestimmen, bei welcher Höhe du draufgehst. Wenn du willst, dann kannst du so schnell fahren, dass du dich auf gleicher Höhe mit dem Absprung einloggst und quasi nicht einmal ollien musst. Ich finde für Manuals oder Curbtricks braucht es viel mehr Skills. Manchmal kann ich auch kaum Tranny fahren. Ich versuch einen Frontside 5-0 und es fühlt sich komisch an und an anderen Tagen fühlt es sich völlig natürlich an. Dann will ich ein Curb fahren und ich habe des Gefühl, dass mir der Pop fehlt um hoch zu kommen und manchmal klappt es einfach. Ich weiß auch nicht. Wenn ich rausgehe, dann zeigt mir Jason [Hernandez, Nike Filmer Anm. d. Red.] immer sein Spotbuch und fragt: „Welchen Spot willst du fahren“ und ich sag ihm: „Egal, bring mich einfach irgendwo hin“. Ich will einfach zu einem Spot und sehen was passiert. Ich mag es wenn es so organisch passiert, genauso wie du als Kid losgezogen bist. Wenn du mit deinen Homies eine Stadt besucht hast und das ganze Wochenende einfach rumgeskatet bist. Das ist mir lieber als zu einem Rail zu fahren, mit dem Vorsatz den krassesten Trick rauszuhauen. Das ist nicht cool. Ich skate lieber mit meinen Freunden, hab dabei eine gute Zeit und schau was sich daraus entwickelt.

Wie haben sich das filmen für „Sabotage 3“ und für deinen „Chronicles Vol. 2“ Part unterschieden?
Das ist genau das, was ich gerade meinte. Wenn ich nach Kalifornien fliege, dann bin ich auf Mission. Zuhause geh ich vor die Tür und die Sachen passieren, ohne dass ich was planen würde. Man trifft sich einfach und findet einen neuen Spot, stolpert weiter zum nächsten usw.


[Seq: David Turakiewicz]

Du bist in New Jersey geboren und lebst jetzt in Philadelphia. Wie oft kommst du nach Kalifornien und wie ist es, weit weg vom Zentrum der Skateindustrie zu leben?
Ich kriege jetzt ein Appartement in Kalifornien, denn das ist einfacher, als ständig hin und her zu fliegen. Ich bin so oft dort, dass es sich lohnt eine Wohnung und ein Auto zu haben. Das vereinfacht die Sache sehr. Wenn ich Zuhause bin, dann komm ich eigentlich gar nicht so viel zum filmen, weil der Filmer mit dem ich gewöhnlich losziehe, arbeiten muss und oft nicht da ist, wenn ich skate und wenn er dann da ist, bin ich schon ausgepowert. Die Sabotage Footage ist auch völlig zufällig entstanden. Ich hab ihn vielleicht einen Monat nicht gesehen, dann sind wir eine Nacht losgezogen und haben eine Minute Footage gesammelt, dann hab ich ihn wieder einen Monat nicht gesehen bis wir wieder ein paar Tricks gefilmt haben und so weiter. Das hat sich am Ende aber irgendwie angesammelt und plötzlich hatte ich einen Part zusammen.

Das merkt man deinen Parts auch an. Es gibt ja einige, bei denen man sieht, dass sie unbedingt abliefern und die Besten sein wollen und die hart an ihren Parts arbeiten. Du dagegen scheinst entspannt und hattest dieses Jahr trotzdem unglaublichen Output. Wie machst du das?
Ich habe einfach keine Erwartungen an mich. Ich nehm mir nicht vor, drei Parts in einem Jahr zu filmen. Ich skate einfach und es ist passiert – glücklicherweise. Ich bin froh, dass es so gekommen ist, aber im Grunde hatte ich nur eine gute Zeit mit meinen Homies. Wie gesagt, ich habe keine Erwartungen und plane nichts. Ich lebe nur mein Leben.

Wann hast du erfahren, dass du den letzten Part im Nike Video haben wirst?
Jason hat mir vor einer Weile erzählt, dass es entweder Shane oder ich werden und dann irgendwann später, dass ich jetzt den letzten kriege. Ich meinte, okay, das ist cool. Dann hab ich mich allerdings während der letzten zwei Monate, die wir gefilmt haben, verletzt. Mein Rücken war im Arsch und ich konnte nur einen Trick filmen. Ich konnte also keine richtigen Ender eintüten. Ich hatte schon noch ein paar Sachen vor, schließlich ist es ein großes Videoprojekt und da wollte ich noch zu ein paar Spots, aber daraus ist jetzt nichts mehr geworden. Vielleicht nächstes Jahr.

Ich habe keine Erwartungen und plane nichts. Ich lebe nur mein Leben

Obwohl dir die Ender fehlen, hast du ein paar krasse Railtricks im Video. Vor allem 50-50s und 5-0s an runden Rails. Du hast vorher gesagt Rails skaten wäre einfach für dich. Kannst du mir erklären, was das Geheimnis ist um runde Handrails zu grinden?
Eckige Rails sind viel schwieriger zu fahren.

Wieso?
Weil du da dein Gewicht von Anfang an richtig auf dem Rail haben musst. Wenn du das nicht schaffst, dann klappt dein Board weg und du fällst runter. Aber bei einem runden Rail, kannst du dein Gewicht ausbalancieren.

Also so ein bisschen wie ein Seiltänzer?
So hab ich das noch nie betrachtet, aber ja. Bei einem eckigen Rail musst du dich richtig einloggen und dann die ganze Zeit ganz ruhig stehen bleiben. Das fällt mir viel schwerer. Auf runde Rails kannst du einfach draufspringen, dann checkst du, wo dein Gewicht ist, gleichst das aus und schaust wo’s hingeht.

Du magst also die Bewegung auf dem Rail?
Auf jeden Fall. Eckige Rails dagegen machen mir richtig Angst. Vor allem Backside 50-50s daran. Entweder ich fall runter oder ich verpass sie schon beim reinspringen. Beim 5-0 an runden Rails ist es dagegen fast so wie an einer Quarter. Du gehst da ähnlich rein und loggst dich auch gleich ein. Die Fußstellung ist die Selbe. Ich geh eh lieber Backside auf’s Rail als Frontside, weil du da eher parallel anfahren kannst und dann nur versuchen musst, deine Ferse rauf zu kriegen.

Okay, ich werde mir die Tipps merken, für’s nächste mal Handrail fahren… Letzte Frage: Wie wirst du feiern, falls du SOTY werden solltest?
I’m gonna party dude!!! Meine Jungs und ich, wir werden durchdrehen. Das wäre krass, wenn das passieren würde. Whoooo! Wenn das jetzt passieren würde, dann würde ich hier alles zerlegen.

Vielleicht klingelt Phelps ja in den nächsten Tagen an deiner Tür.
Das wäre cool. Würde mir gefallen.

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