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Schuhtest

Schuhtest – Nike SB „Koston 2“

Ab einem gewissen Alter ist Skateboarding anscheinend nur noch schwierig als Freizeitbeschäftigung zu rechtfertigen. Also müssen mittelfristig Alternativen her (zumindest als Alibi). Wie wäre es denn zum Beispiel mit Golf? Vorbilder unter den Skateboard-Pros gibt es genug, allen voran Eric Koston. Nach dessem ersten Nike Signature-Schuh, mit einer Golf-Hommage in Form von Fähnchen auf der Schuhspitze, geht die Neuauflage noch einen Schritt weiter. Als Inspirationsquelle für den Nike Eric Koston 2 dient ein klassisches Golfschuhdesign, dessen Linien nun dezent verpackt auf dem zweiten Teil der Nike/Koston-Erfolgsstory zu finden sind. Inwieweit sich der Koston 2 abseits des Grüns auf dem Board bewährt hat, könnt ihr in den folgenden Zeilen nachlesen.

[Text&Fotos: Christoph Dyckmans/weartested.com]

Haltbarkeit //

Eines der auffälligsten Merkmale des neuen Kostons ist der prägnante Vorderfußbereich. Dieser zieht sich von der Schuhspitze weit bis in den mittleren Bereich des Modells und hat sich durch das „one-piece“-Design als sehr haltbar erwiesen. Darüber hinaus bietet das Modell, wie sein Vorgänger, ein mit TPU verstärktes Obermaterial. Diese auf der Innenseite aufgeschweißte Kunststofflage verlängert die Haltbarkeit zusätzlich. Die wulstige Materialkante im Übergangsbereich zur Seitenwange bietet der empfindlicheren Doppelnaht Schutz, indem sie sich leicht nach außen wölbt. Der aufgeschweißte Swoosh, der Schaft aus Wildleder sowie die Position der Belüftungsschlitze wurden ebenfalls alle mit maximaler Langlebigkeit im Hinterkopf designt. Auch bei den Schuhbändern scheint dieser Ansatz verfolgt worden zu sein: durch die enge und weit nach hinten gezogene Schnürung werden diese effektiv vor Griptape-Kontakt bewahrt. Der seitliche Teil der Sohle ist in Bezug zum gesamten Schuh relativ hoch und bietet ebenfalls eine gute Haltbarkeit. Nach der Testdauer von zehn Stunden sind allerdings im Kickflip-Bereich erste Einkerbungen sichtbar. Das Profil auf der Unterseite der Sohle zeigt bis auf Abrieb im Bereich des Ballens nur wenige abgenutzte Stellen.

Dämpfung //

Die Lunarlon Technology hat mittlerweile sehr erfolgreich den Sprung aus der Running-Abteilung in Nikes Skateschuh-Modelle geschafft. Die Sprengung, der Höhenunterschied zwischen Vorderfuß und Ferse, ist bei der hier verwendeten Innensohle groß. Dadurch bietet der Koston 2 einerseits sehr viel Boardgefühl im dafür wichtigen vorderen Drittel. Gleichzeitig wird die Ferse durch die dicke Schaumstoffschicht im hinteren Teil zuverlässig vor Prellungen geschützt. Der Zehenbereich des Fußes ist durch diesen Kompromiss zugunsten des Boardgefühls bei Bails allerdings auch größeren Stößen ausgesetzt.

Form //

Der Koston 2 besitzt eine schmale und auch relativ flache Silhouette, die eng am Fuß sitzt. Der lange Vorderfußbereich wird durch die Ziernaht aufgeteilt und der Schuh verjüngt sich im vorderen Drittel sehr deutlich zu einer pfeilförmigen Spitze. Nach einer nur geringen Eingewöhnungszeit lassen sich Fliptricks sehr gut kontrollieren und das Modell bietet einen sehr guten Flick.

Boardgefühl und Grip //

Wie bereits erwähnt, wurde beim Design des Koston 2 viel Wert auf Boardgefühl gelegt. Insbesondere der Vorderbereich, der hierbei die Hauptrolle spielt, bietet durch die minimale Polsterung und die hohe Flexibilität einen sehr direkten Kontakt zum Board. Mit zunehmender Tragezeit verbessert sich dieses sogar noch weiter. Gerade die Fähigkeit der Sohle, sich optimal an das Concave des Decks anzupassen, kommt sowohl dem Boardgefühl, als auch dem Grip des Schuhs zugute und die Außenkanten sind kaum spürbar. Das leicht veränderte Sohlenprofil des Koston 2 verfügt wie sein Vorgänger über eine sehr gute Griffigkeit. Diese entfaltet sich voll nach ein- oder zwei Sessions und bietet sicheren und ausgewogenen Halt. Die Sohle besitzt nicht ganz den „klebrigen“ Grip mancher vulkanisierter Sohlen, scheint basierend auf der Testdauer von zehn Stunden aber deutlich haltbarer zu sein.

Komfort und Stabilität //

Der Koston 1 hat die Messlatte bezüglich des Komforts eines Skateschuhs teilweise neu definiert. Dementsprechend waren die Erwartungen an den Nachfolger hoch und werden in weiten Teilen auch erfüllt. Das neoprenartige Innenmaterial wurde übernommen, die Ferse jedoch komplett neu gestaltet. Diese bietet nun eine sehr weiche Aussparung für die Achilles-Ferse, sowie ein bogenförmiges Verstärkungselement, wie man es von Nikes Running-Modellen kennt. Der Schuh umschließt die Ferse so deutlich besser und ein Herausrutschen ist beinahe unmöglich. Das durch den Bogen entstandene „Fenster“ nahe der Sohle bietet darüber hinaus durch einen Mesh-Einsatz einen zusätzlichen Bereich zu Belüftung. Insgesamt gesehen ist die Durchlüftung etwas widersprüchlich: Einerseits bietet Verse und Zunge durch grobes Mesh viel Luftdurchlässigkeit, andererseits wurden die Belüftungsschlitze der Seitenwangen nicht durch die TPU-Lage gestanzt, wodurch insbesondere der Vorderbereich sehr undurchlässig ist. Bezüglich der Stabilität liegt der Koston 2 im Mittelfeld: Trotz des niedrigen Schnitts und dem eher weichen Fersenbereich bietet das Modell durch den hervorragenden Sitz und nahezu perfekten Fersenhalt ein sicheres und schützendes Gefühl. Insbesondere der Keil im inneren Sohlenteil des Mittelfußes zum Schutz vor Primo-Landungen trägt hierzu bei.

Grössenempfehlung //

Der Nike SB Koston 2 fällt etwa eine halbe Nummer kleiner aus, insbesondere bei Personen mit breiteren Füßen. Daher am besten im Skateshop eures Vertrauens anprobieren und kaufen.

Zusammenfassung //

Der Nike Koston 2 ist ein durchdachtes Cupsohlen-Modell mit guter Haltbarkeit und Grip, sowie einem Schwerpunkt auf Boardgefühl, Passform und Komfort. Ein kleiner Schwachpunkt ist die fehlende Belüftung im vorderen Teil des Modells.

Der Test ist auch zu finden in unserer Ausgabe #323.

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