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1982 in Österreich geboren, 1992 die Liebe zum Skateboard entdeckt und 1994 den ersten Sponsor an der Seite gehabt, blickt Steve Forstner mittlerweile auf eine längere Zeit mit dem Brett zurück, als manch ein heute gefeierter Pro Lenze zählen kann. Der Wahlberliner mit zwischenzeitlichem Wohnsitz in Barcelona hat auf seinem Board genug von der Welt gesehen, um zu wissen worum es ihm beim Skaten geht und in welchem Tempo er sich auf dem Skateboard-Parkett dafür drehen muss. Wir haben ihn zu seiner Company Ashes, den aktuellen Entwicklungen in der Szene und seiner Skateboard-Talkshow für euch befragt.

[Interview: Niklas Isenberg | Fotos: Fabien Ponsero, Bertrand Trichet,
Alex Irvine]

Hat es, deiner Meinung nach, eigentlich große Veränderungen im Skatebusiness gegeben seitdem du gesponsert bist?

Einerseits auf jeden Fall. Es kam ja irgendwann viel mehr Geld in die Industrie. Wenn mehr Geld da ist, sind automatisch mehr Leute dabei, die nichts mit Skaten zu tun haben. Auf der anderen Seite gibt’s aber noch die ganzen kleinen Brands, wo alles recht familiär abläuft, was auch irgendwie Skaten ausmacht. Ich denke, das ist wie in jedem anderen Business auch. Es gibt gute Leute, es gibt schlechte Leute. Man muss nur gucken, dass man mit den richtigen zusammenarbeitet. Aber im Endeffekt ist eigentlich alles ok.

Wenn du sagst, dass mehr Geld im Skaten ist, dann meinst du damit, dass es mehr Skater gibt, also einen größeren Markt, der große Firmen anzieht.

Man muss annehmen, dass es mehr Skater gibt, ja. Skaten ist halt viel populärer geworden mit der Zeit.

Siehst du unsere Subkultur denn in Gefahr, weil Skateboarding populärer geworden ist?

Es ist nicht alles schlecht was größer wird. Man muss sich nur etwas mehr in Acht nehmen, sag ich mal. Es gibt ja immer noch Street Skating und kleine Brands. Klar, es gibt auch Idioten, aber so lange es coole Brands wie Ashes, Radio oder Witchcraft gibt und die ihre kleinen Sachen machen können, passt das doch. Man muss halt damit leben können, dass alles nicht mehr so cool wie früher ist.

So cool wie früher, als „Skater“ noch kein Beruf war?

Früher haben deine Eltern gesagt, „mach mal was Anständiges“, wenn du Skater warst, und heute hängen in Amerika irgendwelche Väter am Park ab und wollen am liebsten gleich Verträge für ihre Söhne aushandeln. In Amerika hatten wir mal mit einem Kid zu tun, das geflowt wurde und der Vater wollte direkt, dass die den unter Vertrag nehmen und wir ihn auf Tour mitnehmen. Ich meine der Junge ist elf! Lass ihn doch einfach sein, wie er ist. Der ist dann später, glaub ich, zu Element gegangen. So ist das leider. Guck dir Nyjah an, der musste sich von seinem Vater mehr oder minder freikaufen. Der Vater hatte ja das ganze Geld von den Sponsoren eingesteckt. [lacht]

Kommen wir zu Ashes. Worauf kommt es deiner Meinung nach bei gutem Griptape an?

Viele Grips sind in der Regel recht smooth würde ich sagen, mit feinen Körnern. Bei uns ist es eine Mischung aus halbfeinen und halbgroben Körnern. Das hält einfach viel länger. Manche Leute kommen auch zu uns und sagen, dass das Griptape die ersten beiden Tage zu grippy ist, aber unserer Meinung nach muss ein Grip einfach halten. Bei den Kids ist es doch so, dass die ein Board drei, vier Wochen fahren und nicht wie ein Pro-Fahrer jeden zweiten Tag ein neues Deck draufschrauben.

Das war aber wahrscheinlich nicht der Hauptgrund warum ihr eine Company gegründet habt, oder?

Nein, Paul (Labadie) und ich wollten schon zu Antiz-Zeiten eine Wheel Company, so dass wir auch noch ein paar unserer Freunde mit ins Boot holen können, aber bei Antiz hat dann das Geld gefehlt. Dann haben wir mit wenig Geld selbst etwas gestartet. Und mittlerweile machen auch noch Sebi Dorfer und Chris Pfanner mit. Man kann den Homies Grip geben, man kann kreuz und quer für Videos arbeiten und man ist sein eigener Chef. Ein bisschen Stress kommt dazu, wenn man auf einmal mit Steuern und so ’nem Blödsinn zu tun haben muss, aber das ist auch halb so wild. Außerdem haben wir gesehen, wo Skaten teilweise hingeht, da haben wir ja eben erst drüber geredet, und dass man auch etwas einbringen kann. Ich fahr schon mein ganzes Leben Skateboard und hatte immer das Glück mit coolen Leute zu tun zu haben, die mir damals gesagt haben was cool ist und was nicht, z.B. der Radix Shop in Linz. Wenn es coole Shops oder kleine Brands nicht mehr gibt, dann wird Skateboarding irgendwann scheiße. Deswegen müssen wir das selbst in die Hand nehmen und nicht warten bis andere Leute was Cooles machen. Genauso wie die Leute, die DIY-Parks bauen.

Das komplette Interview findet ihr in unserer aktuellen Ausgabe.

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