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Shane O’Neill gewinnt Red Bull Bomb the Line

All hail the king! Es ist soweit: Die Baustelle hat einen neuen Regenten. In der größten Session, die der weltbekannte Street-Spot am Berliner Kulturforum jemals gesehen hat, kämpften 50 Skateboarder aus der ganzen Welt um die Krone. Vor Hunderten von Zuschauern gaben sie beim Red Bull Bomb the Line alles für die beste Line auf dem edlen Granit der Baustelle. 3 Obstacles, 100 Meter, 50 Skater – doch am Ende kann es wie immer nur einen geben. Und der musste nicht nur Wind, Wetter und 49 Mitstreitern trotzen, sondern in einem packenden Finale seinen Namen mit der einen besten Line in das Granit der Baustelle meißeln.


[Pics: Hendrik Herzmann]

„Unglaublich gutes Skateboarding an einem weltbekannten Spot“ – so einfach bringt der Berliner Local Sebi Vellrath das zündende Konzept des Red Bull Bomb the Line auf den Punkt. So eine Session hat die „Baustelle“, der weltbekannte Spot am Berliner Kulturforum noch nicht gesehen. 50 Skater aus allen Ecken der Welt brachten die Luft zum Brennen während Hunderte Zuschauer ihnen das nötige Feuer dafür gaben. Double-Set mit Hubba, Kicker und schließlich die Zehner-Stufen samt Rail mussten in einer Line geklärt werden. In Kooperation mit dem Berliner Kulturforum konnte Red Bull einen einzigartigen Contest an einem der großen Street-Spots Europas auf die Beine stellen – und dann sah es trotzdem so aus, als würde alles ins Wasser fallen. Nach den ersten zwei Heats, in denen unter anderem Shane O’Neill (Nollie Nosegrind – Switch Flip – Nollie Backside Flip) und Maxim Habanec (Backside 5-0 – 360 Flip – Bigspin Boardslide) bereits erahnen ließen, wie hoch das Niveau im Final sein würde, verordnete das Wetter erst einmal eine Zwangspause. Vier Stunden mussten die Starter aus der ganzen Welt ausharren, um die letzten beiden der insgesamt vier 30-minütigen Heats und im Anschluss das halbstündige Finale auszubattlen.

Doch als um 19 Uhr endlich der Himmel aufbrach und die Sonne den Spot in kürzester Zeit trocknete, hatte das Warten sich gelohnt – und das nicht nur für die über 500 Zuschauer, die das Red Bull Bomb the Line lautstark in ein echtes Skateboard-Fest verwandelten. Auch die Fahrer waren gestoked von der großartigen Atmosphäre. Pascal „Kalle“ Reif ging als Local Hero für Berlin ins Rennen und konnte sich auf „seine“ Stadt verlassen: „Es hat mir megaviel Spaß gemacht. Ich wusste erst nicht, wie es so werden würde mit diesem Contest-Format, aber im Endeffekt war es voll die krasse Stimmung und super viele Leute da. Ich hatte den Support von der Crowd im Rücken, das hat mich sehr gepusht. Es war quasi wie beim Fußballspiel im eigenen Stadion.“ Mit seiner Line (Kickflip – Frontside 360 – Frontside Flip) schaffte es Pascal neben internationalen Hochkarätern wie Shane O’Neill und Chris Pfanner ins Finale und schließlich auf den zehnten Platz. „Ziel erreicht!”, erklärt er, „ich hab im Vorfeld gesagt, dass ich den zehnten Platz anstrebe, und was passiert? Es funktioniert! Booya!”

Chris Pfanner – 5-0 am Rail

Beim Red Bull Bomb the Line sollte der besondere Flavour des Top-Spots am Kulturforum erhalten bleiben. Dass das bestens funktioniert hat, bestätigt Skatemental-Pro Shane O’Neill: „Ich mag sehr, dass das hier ein richtiger Street-Spot ist. Sie haben ein paar Features hinzugefügt, aber dabei den Charakter des Spots bewahrt.“ So brachte das Course-Design die individuellen Stärken der Fahrer voll zur Geltung: Die übermenschliche Boardkontrolle von Albert Nyberg gleichermaßen wie die gewaltige Airtime von Anti-Hero-Pro Chris Pfanner, der seinem Spitznamen „Pfanner Airlines“ mal wieder alle Ehre machte. Dabei ist die Baustelle alles andere als ein Kindergeburtstag, wie Pascal Reif klarstellt: „Du siehst den Spot auf Video und denkst: Geiler Boden, geiles Double Set. Dann bist du hier und siehst, wie lang das Set ist und dass du in ‘ner Bank landest. So easy ist das gar nicht.“

Mark Frölich – Backside Flip

Eine der größten Überraschungen des Nachmittags kam weder aus Amerika noch aus Berlin – sondern aus Wuppertal. Jart-Pro Mark Frölich, der sonst eher weniger auf Contests aktiv ist und lieber auf der Straße skatet, konnte die Tatsache, dass Red Bull Bomb the Line an einem richtigen Street-Spot und nicht auf einem klassischen Skate-Course stattfand, perfekt für sich nutzen. Seine Line (Frontside Noseslide – Backside Flip – Backside 180 Fakie Nosegrind) brachte Mark einen verdienten zweiten Platz ein, der ihn selbst überraschte: „Ich kann‘s kaum fassen, dass ich hier auf dem Contest den zweiten Platz gemacht habe. Und erst recht nicht, dass ich dafür nur einen Versuch gebraucht habe. Das Format finde ich super, wahrscheinlich habe ich deswegen auch gut abgeschnitten – ist halt Straße. Deswegen hat’s heute wohl so gut geklappt, der Spot lag mir ziemlich.“

Josef Scott Jatta – Backside Lipslide

Bleibt die Frage, wer denn nun den Thron der Baustelle besteigen darf. Die Antwort ist wenig überraschend: Shane O’Neill, das australische Wunderkind, kam, sah und siegte. Auch der bekannte Berrics- und Streetleague-Stammgast profitierte vom etwas anderen Contest-Format beim Red Bull Bomb the Line: „Ich mochte das Format sehr, weil man 30 Minuten pro Heat Zeit hat und deshalb nicht die Tricks machen muss, die man sonst immer in einem Contest macht. Hier kann man auch an neuen Tricks arbeiten. “ Shanes Gewinner-Line hätte ohne Probleme einen Platz in einem seiner Videoparts verdient: Nollie Nosegrind an der langen Hubba, ein perfekter Switchflip aus dem Kicker und schließlich Nollie Backside Heelflip an den Zehnerstufen. Das Geheimnis seines Erfolges? „Ich war ja schonmal an diesem Spot und mag ihn sehr. Contests sind cool, aber am meisten liebe ich es, in den Straßen unterwegs zu sein und Spaß zu haben. Da passt es perfekt, dass das hier ein realer Street-Spot ist! Ich habe Tricks gemacht, die ich kann und die sich gut anfühlen – und es hat funktioniert!“

Doch bei aller Competition konnte Shane trotzdem den Session-Charakter beim Red Bull Bomb the Line genießen: „Jeder hat alles gegeben, und das war großartig anzusehen. Immer, wenn ich meine Line nicht bis zum Ende geschafft habe, bin ich langsam wieder hochgelaufen und habe mir angeguckt, was die anderen Jungs so machen.“ „Alle haben krasse Sachen probiert und es sind viele Tricks gefallen“, stimmt Mark Frölich zu, „das wird bestimmt ein guter Clip.“ In wenigen Tagen können auch Skate-Fans, die nicht in Berlin live dabei sein konnten, die Highlights des Red Bull Bomb the Line sehen – als Videoclip auf redbull.de. Stay tuned!

v.l.n.r. Mark Frölich, Shane O’Neill, Josef Scott Jatta

ERGEBNISSE:

1. Shane O’Neill (USA)
2. Mark Frölich (GER)
3. Josef Scott Jatta (SWE)
4. Marek Zaprasny (CZE)
5. Chris Pfanner (AUS)
6. Thaynan Costa (POR)
7. Maxim Habanec (CZE)
8. Albert Nyberg (SWE)
9. Maxime Genin (FR)
10. Pascal Reif (GER)
11. Lem Villemin (GER)
12. Alex Mizurov (GER)

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