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Sean Malto Interview – Berlin, Bier und Back on Board

Eigentlich ist Sean Malto ein einziger, skateboardender Sonnenschein. Vor einem Jahr wurde es allerdings ziemlich finster, als er seinen Fuß in einem fiesen Slam komplett dekonstruierte. Mittlerweile ist er zurück auf dem Brett und war während der Bright in Berlin zu Besuch, wo wir ihn für ein kurzes Interview geschnappt haben.




[Interview: Stefan Schwinghammer | Partyfotos: Maxim Rosenbauer]

Hi Sean, zuallererst: Wie geht’s deinem Fuß?
Dem geht’s gut. Es dauert bei sowas immer eine Weile, aber ich mache Fortschritte und habe angefangen, wieder Sachen runterzuspringen. Es fühlt sich gut an und ich bekomme meine Sicherheit an Curbs und Flatrails zurück. Nur an Handrails traue ich mich noch nicht. Die sind das letzte Stück im Puzzle, das ich noch wiedererlangen muss. Aber im Skaten geht’s eh ständig um Weiterentwicklung. Egal ob du verletzt bist oder nicht. Das ist eine unendliche Geschichte.

Womit hast du dir im letzten Jahr eigentlich die Zeit vertrieben? Playstation zocken?
Weißt du was, ich dachte anfangs auch, was soll ich bloß mit der ganzen Zeit anfangen, aber im Grunde waren es nur ein paar Monate, wo ich mich nicht wirklich bewegen konnte und viel Filme und Fernsehshows geschaut hab. Aber sobald ich wieder stehen und gehen konnte, hab ich sofort angefangen zu reisen. Ich war in Australien, war öfter in Portland, wegen dem neuen Free Schuh und hab Reha gemacht. Im Grunde war ich genau so beschäftigt, als wenn ich geskatet wäre, nur mit anderen Dingen.

Was machst du, wenn du eine Stadt besuchst und nicht skaten kannst? Gehst du spazieren?
Ja, ich lauf einfach rum und schau mir die Stadt an. Die meisten Trips auf denen ich war, waren Skatetrips, weshalb ich zu vielen Skatespots kam, die ich dann nicht skaten konnte. Das hat genervt. Aber ich hatte auch Spaß dabei den Anderen zuzusehen, was sie an den Spots machen. Natürlich hatte ich richtig hart Bock zu skaten, aber es war immer noch besser als alleine auf der Couch rumzusitzen.

Absolutes Chaos! Ein Weihnachtsbaum ging durch die Menge, die Leute sprangen von Tischen, es gab Crowdsurfing

Filmst du jetzt an deinem Chronicles Part?
Wir arbeiten dran. Ich hab gerade erst wieder angefangen zu skaten und muss wieder reinkommen. Streetskaten ist ganz anders als Park zu skaten. Du kannst dich im Skatepark wohlfühlen, aber dann kommst du auf die Straße und da sind die Sachen rauer und größer und man hat mehr Bammel. Ich versuch jetzt einfach in den Van zu steigen und auf so viele Trips wie möglich zu gehen. Das ist irgendwie auch Teil der Reha, wieder in den Streetskate Modus zu kommen.

Warst du hier in Berlin Streetskaten?
Wir waren ein bisschen unterwegs, leider war das Wetter wechselhaft und ziemlich kalt. Aber wenn uns das Wetter lässt, werden wir sicher noch etwas unterwegs sein.

Was sind deine Lieblingsspots in Berlin?
Die Baustelle ist super und es ist toll, dass es dort erlaubt ist, an festgelegten Tagen zu skaten. Ich mag auch den Spot, der aussieht wie ein tiefer Teller, wo man rein- und rausspringen kann. Leider konnten wir den nicht fahren, weil der Spot feucht war und man dann leicht wegrutscht.

Was hast du abgesehen vom Skaten noch so getrieben?
Ehrlich gesagt waren wir ziemlich beschäftigt. Es ist gerade Bright, ich hatte was für Oakley und für Nike zu tun. Wir haben ein paar Lifestyle Hammer ausgepackt und sind Streetskaten gegangen, wann immer es möglich war. Ich bin jetzt schon das vierte Mal in Berlin, also hab ich bereits die meisten Sehenswürdigkeiten gesehen. Wir haben deshalb hauptsächlich Restaurants und Bars besucht.


Ich hab die Bilder von der Atiba Aftershow Party gesehen. Da ging es wild zu. Wie war die Party für dich?
Die Ausstellung war super, die HVW8 Galerie hat da extrem gute Arbeit geleistet und Atiba ist sowieso einer meiner Lieblingsfotografen. Wir hatten eine gute Zeit und sind dann zur Afterparty ins Larrys. Das war verrückt, absolutes Chaos! Ein Weihnachtsbaum ging durch die Menge, die Leute sprangen von Tischen, es gab Crowdsurfing. Das hat wirklich Spaß gemacht, auch wenn es ein klein wenig gefährlich war. Good Times. Es ist immer Spaß, wenn man mit Freunden ein fremdes Land erkundet. Wir waren das Alle nicht so gewöhnt.

Wie sehen denn die Partys aus, die du normalerweise feierst?
Berlin spielt nach anderen Regeln. Es wird spät und es gibt keine Grenzen. Wenn Leute Flaschen durch die Gegend schmeißen, kann einem schon mal anders werden. Und vor allem gibt es keine Sperrstunde. Du kannst im Grunde gehen, wann du willst. Das ist eine andere Kultur. Es ist cool das zu sehen, aber du musst auch dafür bereit sein… Und auf der Afterparty war ich definitiv nicht bereit. Es war verrückt und ich hatte echt ein bisschen Schiss und bin vorsichtshalber in meiner Ecke stehen geblieben. Ich wollte keine Flasche an den Kopf bekommen. Witzig war, dass es den Barkeepern egal zu sein schien. Die haben selbst Zeug in die Menge geworfen. Naja, dachte ich, so ist das dann wohl in Berlin.

Ich hab gesehen, dass du einen Saint Archer Bierkühler benutzt hast. Was genau ist deine Rolle bei Saint Archer? Bist du Mitbesitzer oder Markenbotschafter?
Ich bin Mitbesitzer und Botschafter. Atiba, Eric und Ich, alle die im Larrys waren, sind Investoren. Es ist eine coole Sache, eine Brauerei mit all seinen Freunden zu haben.

Was könnte es Besseres geben, als gemeinsam eine Brauerei zu starten?

Mikey Taylor hat das alles gestartet, oder?
Ja, Mikey, Josh Kerr und Paul Rodriguez. Das sind die drei, die die Idee ausgearbeitet haben. Dann gibt es zwölf Skateboarder, zwölf Surfer, ein paar Snowboarder und dann noch ein paar Hedgefonds, die alle investiert haben. Ich find’s cool. Was könnte es Besseres geben, als gemeinsam eine Brauerei zu starten?

Gibt es Saint Archer auch in Deutschland zu kaufen?
Noch nicht, uns gibt’s ja auch erst ein Jahr. Das braucht Zeit. Bis jetzt ist das Bier nur in Kalifornien erhältlich, aber es zieht langsam größere Kreise. Wir arbeiten gerade dran nach New York oder Portland zu kommen. Das Witzige ist, ich wohne in Kansas City und kann es dort nicht bekommen. Ich muss nach Kalifornien fahren um das Bier trinken zu können.

Sie schicken dir keine Kisten?
Nein, es ist illegal Alkohol zu verschicken. Also muss ich nach Kalifornien. Aber das wird sich mit der Zeit ergeben und ich würde mich freuen, es bald auch schon in Deutschland zu sehen.

Was ist bis dahin dein bevorzugtes deutsches Bier?
Ich hab absolut keine Ahnung. Ich frag immer nach Bier von lokalen Brauereien, aber ich kann mir die Namen nie merken. Geschmeckt hat’s aber immer.

Was steht bei dir nach Berlin jetzt als Nächstes an? Was hast du die nächsten Monate geplant?
Hauptsächlich Streetskaten. Ich will so viel wie möglich auf die Straße. Aber natürlich sind da auch noch die Contests. Die Streetleague startet wieder und ich hab ja das komplette letzte Jahr verpasst. Da will ich wieder reinkommen und das ist gar nicht so einfach, wenn du das alles unter einen Hut bringen musst. Ich hab für „Pretty Sweet“ gefilmt und versucht das mit den Contestterminen zu vereinbaren. Da war ich teilweise Monate unterwegs, weil ich von Skatetrip, zu Contests, zu Skatetrip gereist bin. Dafür versuche ich mich gerade vorzubereiten, damit ich bereit bin, wenn es in ein paar Monaten losgeht.

Da kommt also ein vollgepackter Terminkalender auf dich zu.
Ja, ziemlich und da ich letztes Jahr nicht skaten konnte, will ich natürlich auch richtig loslegen. Aber da steht noch viel Arbeit an.

Gibt’s irgendwelche Neuerungen in der Streetleague?
Ich hab ein paar Gerüchte gehört, aber bis jetzt sind die Städte noch nicht mal bekanntgegeben. Sie haben das Format im letzten Jahr eh schon geändert, das konnte ich noch gar nicht skaten. Ich bin neugierig drauf. Die Anderen konnten sich letztes Jahr schon daran gewöhnen, für mich ist das ein komplett neuer Contest. Ich freu mich einfach auf den ersten Contest und schau wie’s läuft. Wird schon klappen. Ich bin sowieso Fan davon und werd zu jedem Contest fahren. Ich mag es, das umzusetzen, was ich mir vorher im Kopf ausgedacht habe.

Dann alles Gute dafür, dass es klappt, wie du dir das vorstellst!

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