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Ripflip Skateboard Recycling – Ein Interview mit den Machern

Ripflip ist ein Skateboardrecycling-Projekt von Mirco Breitenbach und Matthias Eißing, bei dem sie Skateboards zu Gebrauchsgegenständen oder Accessoires verarbeiten. Die beiden Bretterretter, und die vielen freundlichen Helfer wie Tahir Mahmod, verbindet die Leidenschaft zu Design und Fahrgefühl. Mirco ist selbst seit dreizehn Jahren begeisterter Skateboardfahrer und Matthias entwickelt als Künstler gerne neue Dinge.


Die beiden Ripflip Macher Mirco & Matthias, Tahir und die Griptape Frau

[Interview: Ronnie Zumbühl]

Erzählt mal, wie ist es zu Ripflip gekommen?
Matthias: Mirco hat sich Anfang dieses Jahres beim Skaten am Knie verletzt. Zirka zwei Monate zuvor hatte sich bereits ein Skateboard in meine Werkstatt verirrt und ich war fasziniert von dem Holz und den Farben der Schichten. Dann kam Mirco auf eine Tasse Kaffee vorbei und ich erzählte ihm von meinem Brett, und dass man daraus durchaus etwas bauen könnte. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass Mirco schon lange mit diesem Gedanken gespielt hatte. Als wir uns weiter über die Idee unterhielten, merkten wir, dass wir gemeinsam die notwendigen Ressourcen haben, ein Recyclingprojekt ins Leben zu rufen. Ich hatte meine Werkstatt und das KnowHow und Mirco die Verbindung in die Skateboardszene. So kam es dann, dass am nächsten Morgen die ersten Prototypen und ein Wochenende später die erste Ladung Stifte und USB-Sticks fertig waren.

Verarbeitet ihr einfach Bretter oder macht ihr auch was aus alten Achsen und Wheels?
Mirco: Hauptsächlich verarbeiten wir Bretter. Das ist unser wichtigster Rohstoff. In manchen unserer Produkte finden sich auch andere Teile eines Skateboards wie z.B. die Rollenstückchen im Deckel des USB-Sticks. Wir sind allerdings auch offen für “skatefremde” Materialien wie z.B. Fahrradschläuche, Ventile und Ventilkappen. Außerdem nutzen wir Skateboards auch in der Werkstatt selbst, z.B Rollen mit Nagel als “Anreißnadel” zum anzeichnen und punktieren.

Macht ihr das alles in eurer Freizeit oder wie arbeitsintensiv ist das ganze?
Mirco: Ja das Projekt ist definitiv ein Freizeitding. Matthias hat eine Ausbildung zum Motopäden gemacht und arbeitet jetzt in einem Kindergarten und ich mache eine Ausbildung zum Erzieher. Tatsächlich nimmt aber Ripflip zurzeit unsere gesamte freie Zeit in Anspruch. Wir stecken da richtig viel Herzblut rein.

Skateboards sind das Blut dieses Projekts

Von wo kriegt ihr die Bretter her?
Mirco: Hauptsächlich über meine Verbindungen zur Skateboardszene. Sprich, persönlich anhauen, via Facebook oder am Skatepark gebrochene Boards abschnorren. Hier schon mal ein Dankeschön an alle, die uns bisher unterstützt haben. Spezieller Dank geht an unseren Recycling-Partner den Black Heaven Skateshop in Münster und den ShiftySK8Shop in Enschede (Holland), den wir mit einem Einkaufswagen voller Boards wieder verlassen durften.

Habt ihr somit genügend Ressourcen?
Matthias: Bisher hatten wir nur einmal Brettnotstand, aber aus dem hat uns dann der Einkaufswagencoup gerettet. Davon zehren wir bis heute noch! Wir müssen immer wieder Leute anhauen. Skateboards sind das Blut dieses Projekts und ohne die läuft nichts. Wer sich angesprochen fühlt darf sich deshalb gerne bei uns melden. Wir hoffen noch auf einen größeren langfristigen Deal mit weiteren Vertrieben oder Skateshops.

Kann man seine individuellen Wünsche bei euch anbringen oder habt ihr eine feste Kollektion?
Matthias: Bisher haben wir keine feste Kollektion aber schon einige feste Produkte. Man kann uns auch gerne anschreiben und seine Wünsche äußern. Wenn wir dann Zeit und Boards haben, versuchen wir es umzusetzen. Wir haben zum Beispiel gerade den Auftrag für Ingo Naschold einen mini “DSGN”-Hydranten zu bauen. Die grüne Stahlversion davon steht z.B. jetzt immer auf COS-Cups rum.

Skater haben sowohl den persönlichen als auch den ästhetischen und künstlerischen Bezug zum Material selbst

Wie sieht eure Kollektion aus?
Mirco: Im Prinzip haben wir zwei Produktgruppen, die wir nach und nach unter anderem in zwei Alben auf unserer Facebookseite vorstellen. Im Album “bunt auf weiß” finden sich unsere Kleinserienprodukte. Also Skatebooks (Ringbücher), Skulis (Stifte), Schlüsselabhänger (Schlüsselbretter) und Skatekeys (Schlüsselanhänger). Folgen werden noch unsere Ripflip-Garderoben, Saveboards (USB Sticks), Ripclips (Magnetklammern) und Pushermen (Wackelskater). Im Album “Ripflip-Raritäten” zeigen wir ausgewählte edel verarbeitete Einzelstücke wie Ketten und Schmuck, Kreisel, Schalen und vieles mehr.

Findet diese vor allem bei Skatern Anklang oder sprecht ihr damit auch andere Leute an?
Mirco: Klar ist diese Art von Recycling gerade für Skateboarder besonders interessant. Skater haben sowohl den persönlichen als auch den ästhetischen und künstlerischen Bezug zum Material selbst. Unsere Produkte bieten Skateboardern die Möglichkeit, ihre Passion in den Alltag zu integrieren. Allerdings finden unsere Sachen auch bei Nichtskateboardern Anklang. Besonders interessant sind unsere Sachen für Leute, die Kunst und Design schätzen und auf der Suche nach liebevoll von Hand gefertigten Dingen sind.

Vor Ort sein, wenn ein Skateboard bricht und dem Besitzer eine Freude machen, indem wir es quasi noch warm in sein Wunschobjekt verwandeln

Wo sind eure Produkte erhältlich?
Matthias: Zum einen bei uns vor Ort in der Werkstatt selbst. Wer sich auf den Weg machen möchte, kann sich per Mail bei uns melden (ripflip@web.de). Neuerdings sind wir auch im “Scheissladen” online und im Ladenlokal in Wettringen vertreten. Unsere Raritäten verkaufen wir ausschließlich vor Ort und in unserem Dawanda-Shop. Zurzeit sind wir ebenfalls auf einer Ausstellung in Fürstenau in Niedersachsen vertreten. Dort sind neben Ripflip auch andere Arbeiten von mir zu sehen.

Auf was für Stücke können wir uns in Zukunft freuen?
Mirco: Es wird auf jeden Fall noch einiges kommen. Am liebsten würden wir eine gesamte Wohnungseinrichtung und sämtliche erdenklichen Accessoires aus Skateboards bauen. An Ideen mangelt es nicht. Unser noch ziemlich utopischer Traum ist eine voll eingerichtete mobile Werkstatt. Mit der könnten wir dann die Ripflip-Weltreise starten. Vor Ort sein, wenn ein Skateboard bricht und dem Besitzer eine Freude machen, indem wir es quasi noch warm in sein Wunschobjekt verwandeln.

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