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Schuhtest

Schuhtest – Lakai „Howard“

Lakai hat nicht gerade einfache Jahre hinter sich. Eckpfeiler des Teams haben lukrativere Angebote angenommen, der Wechsel von Podium Distribution zu Girl verlief nicht vollkommen reibungslos und der kräftezehrende Kampf um Marktanteile im David-gegen-Goliath-Stil gegen die Branchenriesen hält an. Trotzdem bleibt Lakai ein Paradebeispiel der „skater-owned“ Brands, die spätestens seit 2012 wieder mehr und mehr oben mitschwimmen. Gutes Design unter der Federführung von Scott Johnston und eine vorrausschauende Underdog-Teampolitik – drei der vier, nach „Pretty Sweet“ gefeierten, Trunk Boyz sind Lakai-Eigengewächse – können als Gründe herangezogen werden. Qualitätsseitig hat vor allem der Rückzug aus China, hin zu Fabriken in Südkorea, eine Wende gebracht, wodurch Lakai auch bei der Verarbeitung den Anschluss gefunden hat. Eines der neuen Modelle für 2013, der Lakai „Howard“, wurde für euch auf Herz und Nieren getestet.

[Text&Fotos: Christoph Dyckmans/weartested.com]

Haltbarkeit //

Der „Howard“ nutzt wie viele andere Modelle eines der dominierenden Designprinzipien der letzten Jahre: Haltbarkeit durch ein Minimum an vernähten Einzelteilen, gerade im Vorderbereich. Die große, einteilige Zehenkappe macht etwa ein Drittel des Schuhs aus. Dadurch verteilt sich der Griptapekontakt auf eine große Fläche, die ohne Materialüberlappungen auskommt. Punktuelle Schwachstellen werden so vermieden.
Ein sinnvolles Detail des Modells ist die härtere Gummikante, beim hier getesteten Modell hellblau. Während der weiße Sohlenbereich weich und für guten Flick verantwortlich ist, sorgt der härtere blaue Teil für eine verlängerte Lebensdauer und schützt die darunterliegenden Materiallagen. Das Lakai Logo wurde beim „Howard“ zudem aufgeschweißt und somit das unschöne Problem sich ablösender Flares, aufgrund durchgescheuerter Nähte, verhindert. Die Schuhbänder wurden weitestgehend verschont, da die Kante des Schaft- und Ösenpanels sich mit der Zeit nach oben biegt und diese so weniger Kontakt mit dem Griptape haben. Das empfindlichere Canvas dieses Bereichs wurde dafür sehr in Mitleidenschaft gezogen, hier wäre ein haltbareres Material sinnvoll. Eine weitere Stärke des „Howards“ bezüglich der Haltbarkeit ist das grobe und besonders tiefe Sohlenprofil. Während der Testdauer von zehn Stunden wurde dieses kaum abgetragen, wodurch eine der Grip über die gesamte Lebensdauer des Schuhs gewährleistet sein sollte.

Dämpfung //

Der Sohlenaufbau des Lakai Howard besteht aus einer dünnen Lage EVA-Schaum in der Mittelsohle, kombiniert mit einer dünnen Einlegesohle. Leichtere Stöße werden so merklich gedämpft und das Boardgefühl nur wenig beeinträchtigt, da die dafür wichtige vordere Hälfte so dünn wie möglich gehalten ist. Bei harten Landungen und insbesondere Bails stößt das Modell jedoch an Grenzen. Gutem Boardgefühl wurde hier klar der Vorzug gegenüber den Dämpfungseigenschaften gegeben.

Form //

Der Howard sitzt eng am Fuß, besitzt eine niedrige Silhouette und ist so besonders für Skateboarder mit schmalen bis mittleren Füßen zu empfehlen. Zunge und Schaft sind dünn gepolstert, wodurch ein direkter Kontakt zwischen Fuß und Schuh ermöglicht wird. Der Vorderfußbereich verjüngt sich im ersten Drittel deutlich vom breitesten Bereich am Übergang zwischen Seitenwänden und Zehenkappe zu einer abgerundeten Spitze, die kontrollierte Fliptricks ermöglicht.

Boardgefühl und Grip //

Lakais XLK-Sohlenkonstruktion beweist einmal mehr, dass nicht nur vulkanisierte Sohlen guten Grip und Boardfeel bieten können. Der Howard bietet gerade in der entscheidenden vorderen Hälfte durch die geringe Sohlendicke einen direkten Kontakt zwischen Fuß und Board. Das tiefe Herringbone-Profil bietet sehr guten Halt und ist durch regelmäßige Kerben besonders biegsam. Durch diese Flexibilität im Vorderbereich passt sich die Sohle gut an das Concave des Decks an und ermöglicht eine große Kontaktfläche. Die Griffigkeit wird dadurch weiter unterstützt.

Komfort und Stabilität //

Einer der Vorteile des Lakai „Howards“ ist die kurze Eingewöhnungszeit. Man kann das Modell durchaus direkt aus dem Karton skaten. Trotz des eher niedrigen Schnitts, sitzt der Howard sehr gut, ist weich und passt sich schnell an den Fuß an. Die Durchlüftung ist leider nur durchschnittlich, wurde aber durch Perforationen am Anfang der Zunge und zwei Metallösen an der nach innen gerichteten Seitenwand nicht ganz außer Acht gelassen. Die elastischen Bänder zur Zentrierung der Zunge sind ein kleiner Minuspunkt, sie stören nach einer Eingewöhnungszeit aber nicht weiter. Der Innenbereich ist gut verarbeitet und die wenigen Nähte sind flach und reiben somit nicht. Das stabilisierende Plastikelement in der Verse ist relativ steif und bietet somit Halt. Die Seitenwände sind durch ihre geringe Dicke zum Ende hin jedoch nicht mehr in der Lage gewesen, horizontale Bewegungen des Fußes im Schuh vollkommen zu verhindern. Die Stabilität ist für ein Cupsohlen-Modell eher durchschnittlich, ermöglicht allerdings auch Bewegungsfreiheit, auf die viele Skater Wert legen.

Zusammenfassung //

Der Lakai Howard gehört zu den modernen Cupsohlen-Modellen, die durch dünne Sohlenkonstruktionen eine sehr gute Balance zwischen notwendiger Dämpfung, Grip und Boardgefühl bieten. Abgesehen von nur durchschnittlicher Stabilität zeichnet er sich vor allem durch eine gute Haltbarkeit aus.

Der Test ist auch zu finden in unserer Ausgabe #320.

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