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Schuhtest

Schuhtest – DC „Mike Mo“

„I basically wanted it to fit like a running shoe“, mit diesem Satz fasst Mike Mo Capaldi sein neues DC-Promodell sehr gut zusammen. Andere Sportarten scheinen im Bezug auf Komfort, Materialien und Technologie im Schuhbereich Lichtjahre voraus zu sein. Nicht zuletzt auch deshalb, weil Skateboarder eine gehörige Portion Skepsis gegenüber allem Neuen haben, zumindest im Bezug auf ihr Equipment. Langsam aber sicher scheint sich dies jedoch zu ändern. Ein Tech-Revival – dieses Mal jedoch schlank und sehr viel subtiler – hält Einzug in den neuen Skateschuh-Designs. An der Spitze dieses Trends steht unter anderem DC’s neuestes Signature-Modell, das einen sockenartigen Innenschuh und ein verschweißtes Obermaterial besitzt. Ob er tatsächlich den Komfort eines Laufschuhs bietet und wie er sonst abgeschnitten hat, könnt ihr in den folgenden Zeilen nachlesen

[Text&Fotos: Christoph Dyckmans/weartested.com]

Haltbarkeit //

Schon beim Obermaterial des DC Mike Mos wurde viel richtig gemacht: Die Materiallagen sind miteinander verschweißt, anstatt mit Nähten zusammengehalten zu werden. Somit ergibt sich ein Obermaterial aus einem Guß, dass eine hervorragende Haltbarkeit bietet. Nach der Testdauer von zehn Stunden ist nur vereinzelt Abrieb des Wildleders sichtbar. Durch eine darunter liegende Kunststofflage aus TPU wird die Widerstandsfähigkeit sogar noch weiter verbessert. Beim Verschweißen der Ösenlage wurde um die unteren drei Löcher das Material besonders stark zusammengepresst. Dadurch sind die Schuhbänder in diesem Bereich etwas eingelassen und sind so besser vor Abrieb geschützt. Nur an den oberen Ösen liegen die Bänder frei und sind während des Tests gerissen. Ein sinnvolles Detail ist die wulstige Oberkante des Schafts aus Wildleder. Durch diese wird das Innenfutter und die Meshzunge bei Heelflips geschützt. Eine der wenigen Schwachstellen bezüglich der Haltbarkeit, ist das weiche Gummimaterial der seitlichen Sohle. Dieses sorgt zwar für einen hervorragenden Flick, aber insbesondere im Kickflipbereich wurde während der Testdauer von zehn Stunden überdurchschnittlich viel Material abgetragen. Dagegen überzeugt das Profil des Mike Mos mit deutlich besserer Haltbarkeit. Die tiefen Einkerbungen sorgen für besonders langlebige Griffigkeit.

Dämpfung //

Die geschäumte „Unilite“ Mittelsohle des DC Mike Mos bietet eine sehr gute Dämpfung im Fersenbereich. In Kombination mit der Stützwirkung der Ferse ist der Schuh auch bei härteren Landungen noch angenehm zu tragen. Der Vorderbereich ist dagegen, wie im Querschnitt zu sehen, sehr dünn. Dies kommt in großem Maße dem Boardgefühl zugute, Landungen in diesem Bereich können allerdings am ehesten schmerzen.

Form //

Der DC Mike Mo sitzt sehr eng am Fuß und vermittelt durch den elastischen Mesh-Innenschuh ein sockenartiges Tragegefühl. Insgesamt handelt es sich um eine flache und schmale Silhouette, die im Bereich der untersten Öse am breitesten ist. Der Vorderfußbereich verjüngt sich im vorderen Drittel schnell zu einer pfeilförmigen Spitze mit kleiner Rundung. Das Modell bietet sehr guten Flick und Fliptricks lassen sich präzise kontrollieren.

Boardgefühl und Grip //

Durch die sehr dünne Sohlenkonstruktion im Vorderfußbereich bietet der Mike Mo ein herausragendes Boardgefühl, dass mit den meisten vulkanisierten Modellen vergleichbar ist. Dies wird durch Einschnitte im vorderen Drittel des Mittelsohlenschaums unterstützt. Dadurch kann sich die Sohle besser an die Wölbung des Decks anpassen. Der Grip des Schuhs ist ebenfalls sehr gut. Das neue DC-Profil mit den ausgehöhlten Kissen, die durch viele Kerben unterbrochen sind, bietet optimalen Halt auf dem Board. Die zusätzliche Flexibilität der Sohle wirkt sich auch hier positiv aus, da so eine maximale Kontaktfläche zwischen Schuh und Board gewährleistet wird.

Komfort und Stabilität //

Das Ziel, einen sehr komfortablen Skateschuh zu entwickeln, wurde definitiv erreicht. Hauptgrund dafür ist das „Schuh-im-Schuh“ Konzept, bei dem das Obermaterial um eine Art Innensocke angebracht ist. Dieser einteilige Mesh-Innenschuh weist keinerlei spürbare Nähte auf. Ein seitliches Verrutschen der Zunge wurde unterbunden, indem diese seitlich angenäht wurde und somit Teil des Innenschuhs ist. Darüber hinaus wurde viel Wert auf Luftdurchlässigkeit gelegt, was gerade bei hohen Außentemperaturen positiv auffallen sollte. Die Zunge besteht aus sehr groben und dadurch durchlässigen Mesh und die dünne Innenpolsterung wurde zusätzlich perforiert. Darüber hinaus ziehen sich Perforationen vom Vorderfußbereich bis über die mediale Seitenwange. Diese sind durch das komplette Obermaterial – auch die TPU-Lage – gestochen, wodurch ein Luftaustausch erst möglich wird. Ein angenehmes Detail ist die weiche Aussparung am höchsten Punkt des Schafts, wodurch Druckstellen um die Achillessehne vermieden werden. Der Mike Mo verfügt über eine stark zur Schuhspitze hin gebogene und stabile Ferse, die dem Fuß sicheren Halt im Schuh bietet und seitliches Verrutschen unterbindet. Die Fersen konstruktion unterstützt, durch das stabile interne Verstärkungselement, den Fuß zu jeder Zeit und vermittelt ein sicheres Gefühl, das gerade bei längeren Sessions zu Gute kommt. Trotz des relativ niedrigen Schnitts bietet der Schuh somit viel Stabilität.

Grössenempfehlung //

Der DC Mike Mo fällt etwas kleiner aus, da er eher schmal geschnitten ist. Bei breiten Füßen sollte man möglicherweise eine halbe Nummer größer wählen.

Zusammenfassung //

Der DC Mike Mo hat kaum Schwachstellen und überzeugt insbesondere durch Haltbarkeit, Boardgefühl, Komfort und gute Durchlüftung.

Der Test ist auch zu finden in unserer Ausgabe #322.

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