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Tommy Brandelik shrn Welcome Clip & Interview

A bissl was geht immer, sagt man in München und derzeit scheint dort sogar noch a bissl mehr zu gehn. Tommy Brandelik etwa ist die letzten Monate konstant am filmen und hat nun seinen Welcome Part für den shrn Shop fertig. Darin feuert Tommy Gun ziemlich raus, was für uns Grund genug war, ihn zum Interview zu bitten, in dem es um Skate Workshops, Gipsy Touren und seiner Sicht auf Skateboarding geht. Also kommt’s, hockt’s euch her, auf einen Slivo mit’m Tomislav.

[Interview: Stefan Schwinghammer | Fotos: Daniel Mitschke]

Hi Tommy, stell dich doch mal kurz vor.
Okay, Tommy Brandelik hier, bin 25 Jahre, komm aus München und fahr seit 14 Jahren Skateboard.

Von dir gab’s ja den Ontime Part, dann einen Salut Part und jetzt kommt schon wieder einer. Du bist ziemlich produktiv in letzter Zeit, oder?
Ja, ich fahr viel. Ich will von mir keine Park Footage sehen oder auch nicht drei Trick Sachen rausbringen. Bei mir gibt’s dann eben nur einmal im Halbjahr was, aber keine halben Sachen.

In einem halben Jahr einen Part zu filmen ist eh ziemlich hart. Ich hab gehört den Part hast du jetzt sogar größtenteils in einem Monat gefilmt.
Ich hatte zwei gute Tage dabei, das war auf jeden Fall der halbe Part. Im April hab ich eine Line gefilmt und der Rest war komplett im Juli. Dann noch der Front Blunt während den X Games. D.h. bis auf die Line hab ich alles komplett Juni, Juli gefilmt. Das ist aber auch ein Jahr, in dem ich mal komplett verletzungsfrei bin, das kommt ja auch immer dazu. Ich hab halt auch schon zwei Kreuzbandrisse und hab aus denen gelernt. Ich hör jetzt eben auf meinen Körper und dehn mich. Was mir da zugute kommt ist, dass ich mittlerweile über die Schule vom Tobi Kupfer ziemlich viele Skatboard Workshops gebe. Wenn du regelmäßig Kurse hast und mit den Kids um zehn Uhr früh anfängst und dich dann erst aufwärmst und dehnst, weil ich die Kids ja nicht so aufs Board schicken kann, das spürt man.

Mir ist es wichtig, dass der Spirit nicht verloren geht und ich der neuen Generation zeigen kann, dass Skateboarding schön dreckig bleiben sollte

Mit welchen Kids arbeitest du da genau und was machst du mit denen?
Also das läuft vor allem in den Ferien, gerade Sommerferien ist da Stoßzeit. Die Workshops hatten dieses Jahr bestimmt über 500 Kinder. Ich werde nach den Sommerferien ca. 200 Kindern Skateboarden beigebracht haben. Viel machen wir direkt an den Schulen als Sportunterricht, das find ich geil. Im Sommer ist das mehr und im Winter dann weniger. Es gibt Zwergenkurse, die fangen an bei Fünfjährigen und das geht rauf bis 14, 15. Manchmal haben wir da nur einen Schulhof mit Flat, manchmal kommen wir an einen Skatepark.

Ist das nur in München oder auch außerhalb?
Das ist auch viel in der Umgebung, bis nach Bad Tölz. Der Tobi wohnt ja mittlerweile auch am Land und dort sind finanziell oftmals mehr Mittel vorhanden.

Das heißt die Schulen fragen euch konkret wegen Workshops an?
Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten. Es gibt die Ferienworkshops, die sind direkt von uns in Verbindung mit der Landeshauptstadt. Dann ist da noch vom Kreisverwaltungsreferat ein Budget für Sondersportunterricht ausgeschrieben, an Problemschulen oder für Kinder mit Konzentrationsschwäche. Das hat eine Agentur gewonnen und uns beauftragt dort die Kurse zu machen. In letzter Zeit werden solche Angebote auch mehr anerkannt und gefördert. So kenn ich München noch nicht lange.

Es macht sowieso den Anschein als würde gerade eine Menge gehen in München. Die X Games wurden hergeholt, der shrn hat aufgemacht, es gibt mehr Fotografen, mehr Skater die Footage abliefern.
Ja, da geht auf jeden Fall einiges. Das ist sehr geil. Das heißt jetzt aber nicht, dass früher nichts ging. Es lag vielleicht daran, dass durch die Lage der Magazine München früher nicht so beachtet wurde, aber da ging immer was. Wenn Kilian Heuberger etwa nur in München gefahren ist, dann hat sich da gefühlt auch keiner drum gekümmert und man hat nur was von ihm gesehen, wenn er aus München raus ist. Deswegen ist auch Marc Achmüller nie wirklich groß bekannt geworden, weil er nie aus der Stadt rausgekommen ist. Was nicht heißt dass hier niemand gefahren ist. Durch die neuen Kameras ist das jetzt mit der Skatefotografie einfacher und mit der schnelleren Verbreitung über das Internet hat uns das wieder mehr auf die Landkarte gebracht.

Als du während den X Games bei der Safari Tour den Frontside Bluntslide gemacht hast, meintest du danach: Das ist meine Hood! Ist dir das auch beim filmen wichtig, die Spots zu fahren, die in deiner Gegend sind und auf Tourfootage zu verzichten?
Das hat sich bei dem Part jetzt so ergeben, dass das nur München ist, aber im Nachhinein find ich das auch ziemlich geil, weil da viele Spots drin sind, die man hier jeden Tag sieht, aber die manchmal ein wenig anspruchsvoller zu skaten sind, weil z.B. der Boden rau ist. Aber ich bin sowas immer gefahren. Auch wenn ich zum Einkaufen skate, dann dreh ich noch drei Extrarunden. Das ist meine Art zu skaten. Leider war ich auch nicht viel auf Tour. Einzig mit Ilja (Judizki) war ich im Januar in den Staaten und da hab ich ein paar Tricks gefilmt, von denen ich leider nie die Footage bekommen hab. Da wär der Part sicher noch ein bisschen geiler geworden, mit Footage aus L.A. Aber der Filmer meldet sich leider garnicht mehr bei mir. Vergeben ist die Mühe.

Ich bin ich seit einigen Jahren emotional ein bisschen weg aus der Szene, weil ich lieber auf mich schau und Skaten brauch um mein Leben auf die Reihe zu kriegen

Apropos vergebene Mühe. Du lieferst in letzter Zeit regelmäßig Parts mit gutem Skaten ab und trotzdem hab ich das Gefühl, dass du so ein bisschen underrated bist. Nimmst du das auch so wahr? Oder investierst du gar keine Mühe in Sponsoren und fährst lieber für dich?
Kann sein, aber das können andere vielleicht besser beurteilen. Mir ist es mittlerweile vor allem wichtig den Kids bei den Workshops zu zeigen worum es beim Skaten geht. Als ich angefangen habe, Ende der 90er, da war das ja schon noch was Anderes. Und mir ist es wichtig, dass der Spirit nicht verloren geht und ich der neuen Generation zeigen kann, dass Skateboarding schön dreckig bleiben sollte. Und in den Zeiten, in denen ich Sponsoren hatte, da kam dann auch nicht genug von mir, also ist das schon in Ordnung so. Wichtig ist mir dass ich skaten kann und mein Kopf dabei frei ist. Dass ich fahre wie es mir taugt und ich mich für niemanden verbiegen muss, das ist mir viel wichtiger. Ich find es cool dass ihr jetzt sagt, wir machen das Interview, aber auf der anderen Seite, bin ich seit einigen Jahren emotional ein bisschen weg aus der Szene, weil ich lieber auf mich schau und Skaten brauch um mein Leben auf die Reihe zu kriegen. Mich in irgendeiner Art etablieren zu müssen würde mir da nur Stress bringen, den ich gar nicht brauchen kann. Vielleicht ergibt sich ja was, aber eben nur wenn es cool ist und man mich ohne große Auflagen unterstützen würde. Wenn es so respektiert wird wie ich es mache dann gerne, ansonsten ist es nicht schlimm wenn da nichts mehr passiert.

Beim shrn ist das wahrscheinlich genau so.
Ich hab jetzt auch mit Shops nie Probleme gehabt, das ist ja auch das Erste was man kriegt. Ich krieg halt noch Salut Skateboards, das ist eine kleine Münchner Firma, das ist eh das Wichtigste. Schuhe muss ich ein bisschen zahlen, da ich den Stuff aber meistens bis zum Ende fahr, brauch ich da nicht so viel. Aber über die letzten Jahre hab ich schon Geld reinstecken müssen in Skateboarding. Nur ein Shop Sponsor alleine deckt halt auch nicht alles ab.

Was machst du neben Skaten und den Workshops dann noch?
Da kümmer ich mich für den Robinson (Kuhlmann) noch um so eine Bar/Restaurant, das „Attentat Griechischer Salat“. Da krieg ich die Kohle für das teure Leben in München her. Im Sommer sind es mehr Workshops, im Winter arbeite ich mehr in der Bar. Dann war da temporär noch die „Ruby Bar“, die jetzt abgerissen wird, da hab ich auch viel an der Bar gearbeitet. Da komm ich mit dem Geld easy durch, kauf mir meinen Stuff und hab ein easy Leben.

Mei, ich hab mir nie groß Gedanken gemacht in meinem Leben und hab am Ende trotzdem immer alles hinbekommen

Ich hab gehört du giltst eh als Lebenskünstler.
Mei, ich hab mir nie groß Gedanken gemacht in meinem Leben und hab am Ende trotzdem immer alles hinbekommen. In München ist das wahrscheinlich schwerer als anderswo. Ich hab halt zwei Mal einen großen Break gemacht. Während meiner Schulzeit hat man die ersten Skatesachen von mir gesehen, dann hab ich mich ein bisschen zurückgezogen, weil ich im Medienbereich viel gearbeitet hab, aber am Ende hab ich dann die Angebote für Festanstellungen abgelehnt, weil es mir zu krass war die ganze Zeit nur im dunklen Compositing Raum zu sitzen. Ich bin dann auf einen Bauernhof gezogen und hab gemerkt, dass ich so ganz gut durchkomm. Ich hab auch einen Bus, mit dem ich viel in ganz Europa unterwegs war. Da hätte ich eigentlich ein bisschen mehr filmen können oder ein Foto machen. Das war ja immer so ein bisschen das Problem, ich hatte nie viele Fotos. Ich bin einfach rumgefahren und geskatet, das hab ich für mich gebraucht. Das ist jetzt nicht mehr ganz so gipsy aber einfach in den Bus rein und losfahren, das ist schon immer noch mein Ding.

Was fährst du für einen Bus?
Einen Mitsubishi L 300, da hab ich meistens eine kleine Anfahrtsplatte, ein bisschen Blitzzement, einen Grill, einen Fußball und einen Gaskocher mit Kaffeemaschine und Pfanne für Bud Spencer Bohnen und Spiegeleier drin. Dazu kann man umklappen mit einer kleinen Matratze zum pennen und der ist für neun Leute zugelassen.

Mit wem ziehst du da dann los, oder bist du eher alleine unterwegs?
Früher bin ich viel mit so ein paar um München rum verstreuten Chaosköpfen losgezogen. Dann auch mit den United Skateboard Artists oder vor allem Phil Pham, aber der hat oft zu viel zu tun gehabt. Deshalb bin ich auch oft alleine unterwegs und ich fahr jetzt auch nicht nur auf Skateboard Touren, sondern mach einfach mal mit Kumpels Urlaub. Die meisten meiner Homies fahren leider nicht Skateboard.

Was steht bei dir jetzt als Nächstes noch an? Ist mit Salut oder dem shrn irgendwas geplant?
Ich hab ja jetzt den shrn Part gemacht. Der letzte war ja der Boarders Abschiedspart, weil ich mit denen auch im Guten auseinandergegangen bin und den Laden und die Leute auch nach wie vor gern mag. Denen wollte ich nochmal meine Dankbarkeit zeigen und wenn du einen Abschiedspart filmst, dann folgt eben ein Welcome Part. Den hab ich fertig gefilmt und dann wollte ich den raushaun, weil ich schon früher das Problem hatte, dass ich Sachen zurückgehalten hab für Projekte die nie zustande kamen und dann musste ich die schlußendlich in einem Part verbraten, wo dann Sachen drin waren, die zu dem Zeitpunkt schon sieben Jahre alt waren. Und wo ich jetzt eh so viel fahr, will ich die Sachen auch zeitnah raushaun. Vielleicht hätte ich noch ein bisschen länger filmen können, dann wär’s ein fünf Minuten Part geworden, aber weil es in den zwei Monaten so cool kam und ich dann im Urlaub war und dachte, danach ist der Drive eh raus, hab ich da abgebrochen, weil ich auch nicht so lange warten wollte mit dem Introducing.

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