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Gastblog

Gastblog #4 – Erik Groß Portfolio



Der heutige Gastblog steht im Zeichen der Black & White Issue, in der Erik Groß in einem How to erklärt, wie man Filme selbst entwickelt. Hier erzählt er nun, wie er zur Fotografie kam und stellt einige seiner Lieblingsbilder vor.

Das erste Mal so richtig über Fotografie nachgedacht habe ich, als ich durch eine Nikon FM2 von Eric (Mirbach) auf meiner ersten Monster Tour (2008) durchgeschaut habe. Mich hat das „echte“ per Hand fokussieren und der Blick durch die Mattscheibe so fasziniert, dass ich gefühlt die ganze Tour immer mal wieder die Kamera in die Hand nahm, nur um durchzuschauen. Nach der Tour verflog diese Faszination schnell wieder, da die Preise für eine FM2 mich nicht wirklich überzeugten. Erst ein Jahr später sah ich wieder Bilder einer analogen Kamera und die Faszination packte mich erneut. Ich wollte auch diesen Look erschaffen, den digitale Kameras nur mit viel Photoshop-Kenntnis erzeugen können. Die Bilder, die ich gesehen hatte, waren mit einer Canon AE-1 geschossen worden und wie ich erfuhr, waren die Preise für dieses Modell erstaunlich günstig. Also Ebay, 1-2-3 meins. Ich habe sie mir selbst zu Weihnachten geschenkt und war überglücklich und überfordert zugleich. Ich hatte durch mein Studium nur grobe Vorkenntnisse, wie eine Kamera funktioniert, aber das reichte nicht wirklich aus.

Mein damaliger Mitbewohner Till (Becker) ist glücklicherweise gelernter Fotograf und so brachte er mir Stück für Stück das Zusammenspiel von Blende, Verschlusszeit und Filmempfindlichkeit näher.
Ich war außerdem immer ein großer Fan von Erics analogen Kleinformatbildern, wodurch er mehr und mehr eine Art Mentor für mich wurde und mir half, auf die richtigen Dinge in der Fotografie zu achten. Sein Buch „Incidentals“ wurde quasi meine Foto-Fibel. Ich lernte dank ihm, was ich so alles mit meiner Kamera anstellen konnte und schoss lange Zeit nur mit der AE-1 und einem 50mm Objektiv, um meine Kamera richtig kennen zu lernen und sie im Notfall auch blind benutzen zu können.

Um meine Bilder irgendwie zu digitalisieren scannte ich anfangs die Abzüge bei Rossman, was für die Anfangszeit vollkommen ausreichend war. Später kam noch ein Negativscanner dazu, was nochmal für kurze Dauer eine neue Welt eröffnete. Doch im Laufe der Zeit wollte ich mehr erfahren, wollte wissen wie man Filme selbst entwickeln kann und wie man Fotos per Hand in der Dunkelkammer abzieht. Ich sah Bilder von Carsten (Beier) im Internet und erfuhr, dass er Filme selbst entwickelt und auch noch nicht lange dabei war. Wir vereinbarten ein Treffen und er zeigte mir sein kleines Labor, inklusive Vergrößerungsgerät. Die Entwicklung meines ersten Filmes und meinen ersten Handabzug habe ich ihm zu verdanken. Bis heute sind wir zusammen unterwegs, machen Bilder und mittlerweile ja sogar unser eigenes kleines Heft „HUMBUG“. Im Folgenden seht ihr ein paar meiner Lieblingsbilder und ich erzähle kurz warum ich sie ausgewählt habe und wie sie entstanden sind.



Dieses Bild entstand während einer kalten Wintersession, ich stellte mein Board an die Wand und setzte mich kurz, um zu verschnaufen. Dann stellte sich plötzlich Sebastian (Linda) neben mein Board und ich sah diese Spiegelung in der Wand. Es ist kein besonders spannendes Bild, aber es ist für mich typisch Skateboarding.

Wir waren auf Wohnwagentour mit Cucain in Spanien unterwegs und entdeckten einen Spot auf einem Basketballplatz. Ich kletterte einen Zaun hoch, um zu schauen wie der Platz von weiter oben aussehen würde. Benny (Ripsch) drehte seine Runden und ich bat ihn, an einer bestimmten Stelle vorbei zu fahren. Ergebnis ist dieses Bild und ich mag es sehr, wegen der Linien und dem schönen Push-Moment.

Group Atzek war zu Besuch in Dresden und Tom wollte mit Friedjof (Feye) einen Trick schießen, für den er zum dritten Mal an diesem Spot war. Doch auch an diesem Tag sollte es ihm nicht gegönnt sein, den Trick auszufahren. Als er nach einer Stunde Arbeit völlig erschöpft am Boden saß, schoss ich dieses Bild, was vermutlich jeder Skater sehr gut nachempfinden kann.



Im Gegensatz dazu ist dieses Bild entstanden nachdem Oci (Trindade) seinen Bs Double Flip am Berliner Baustellen Doubleset vollführte. Es ist eines meiner Lieblingsbilder, weil man die Freude und totale Erleichterung in seinem Gesicht sehen kann.

Wir waren in Lissabon auf Tour und bereits zum zweiten mal an diesem Spot, da wir ein paar Tage zuvor gekickt wurden. Diesmal hieß es anschleichen und Filmer und Fotograf haben aus der Ferne gearbeitet. Auch ich war weit entfernt auf einem Gebäude und machte dieses Bild. Besonders schön ist die Mutter mit ihrem Kind, die Paco voller Begeisterung beobachten.

Bo ist ein guter Freund von mir und ich mag es irgendwie Menschen mit Tattoos zu fotografieren. Also bat ich ihn um dieses Portrait, was genau zeigt was im Leben wichtig ist. Skateboarding und Freundschaft.



Chris (Döbrich) ist ein sehr guter Skater, der gerne auch mal einen harten Slam kassiert. Auf diesem Foto sieht man seine Hand, die nach einem Slam an unserem roughen Ghettospot einiges eingesteckt hat. Chris hat sich danach eine Zigarette zur Entspannung angesteckt, als ich ihn um dieses Foto bat.



Dieses Foto stammt auch von der Wohnwagen Tour nach Spanien. An der kaputten Hose, dem Board im Schatten und dem Cap wieder aufsetzen sieht man vielleicht, dass Tim hier für einen Trick arbeitet. Diese nicht eindeutige Stimmung macht es zu einem meiner Lieblingsbilder.

Ich liebe Gegenlicht-Situationen. Die beiden Fotos von Thomas (Meinel) sind nach einem erfolgreichen Skatetag an unserem Ghettospot entstanden und man sieht regelrecht die warme Sonnenuntergangsstimmung durch das Streulicht.

Ich hatte die Ehre Lewis Marnell beim „Bomb The Line“ Contest in Berlin noch einmal live skaten sehen zu können. Nachdem es anfing zu regnen, sah ich, wie sich Busenitz und Marnell im Regen unterhielten und ich musste ein Foto machen. Ich bereue es nicht. Es sind zwei meiner Lieblingsskater.



Wir hatten Besuch aus Leipzig von Christopher (Schübel) und Marx von der Downright Crew. Es war der erste Spot an diesem Tag und der weitläufige Parkplatz des Flughafens eignete sich hervorragend für dieses Foto. Ich mag die entspannte Stimmung im Bild, weil beide lächeln.



Vor kurzem waren Sylvain (Tognelli), Wieger (van Wageningen) und Marc (Nickels) in Dresden und ich habe den Jungs Spots gezeigt. Interessant fande ich, dass sie nicht die üblichen Mosh und Railspots skaten wollten. Diese Parkhaus Hubba z.B. hat es den Jungs richtig angetan und sie erklärten ihn zu einem ihrer Lieblingsspots. Wir hingegen skaten dort nur im Winter oder bei Regen. Das Foto zeigt alle drei bei einem Footage-Check nach gestandener Line von Sylvain.

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