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Gastblog

Gastblog #2: Pretty Much Candy

Jedes mal wenn Crailtap einen neuen Streifen ankündigt, entzückt sich die Skateboardszene
und wird ganz fickerig und vorfreudig, wegen der Premiere, dem Paket im Skateshop, unterm
Weihnachtsbaum (ganz so zufällig kann das Release-Date nicht entstanden sein, gell?) oder
schließlich dem inoffiziellen Pixelrelease im Netz. Ist der Vorabjubel gerechtfertigt oder ein
maßloser Hype? Und wie kann das eigentlich so blütentragend weitergehen, wenn kaum noch
jemand DVDs kauft, geschweige denn die reguläre Downloadgebühr bei Itunes zahlt?
Kurzum: Jedes Video was bisher unter dem Crailtap Banner veröffentlicht wurde, setzte nicht
nur neue Maßstäbe, sondern war seiner Zeit immer um Longboardlängen voraus. Kein weiteres
Konglomerat aus Rollbrettlern war bisher in der Lage, den Machern hinter „Mouse“, „The
Chocolate Tour“, „Yeah, Right!“ und „Fully Flared“ (um nur einige zu nennen.) das Skatetool zu
reichen: Weder was den unvergleichlichen, sich ständig erweiternden Dream-Team-Roster angeht
(der nach letzten Unkenrufen endgültig vor einem Generationswechsel steht), noch beim seinesgleichen-suchenden Trickniveau und schon gar nicht bei den technisch verspielten
Bewegtbildraffinessen, bei denen Coppolas Ex-Schwiegersohn und NewNewHollywood-
Tausendsassa Spike Jonze ja immer gerne seine Fingerchen mit im Spiel hat.
Unterm Strich steht aber immer auch ein schwer verdauliches Mammutwerk von epochalem
Ausmaß; zwei Teams, zig NBDs die oft nur schwer nachzuvollziehen sind, zahlreiche
Neuentdeckungen und – da kann es auch mal mitunter melancholisch werden – letzte, also wirklich
„letzte“ Parts. Oder wie viele wird man noch von McCrank, Anderson, Koston, Howard, Carroll zu
sehen bekommen bis sie ihre Signature-Sneaker an die Bolts hängen?
Das alles wird auch dieses mal nicht anders sein und wahrscheinlich kaum jemanden enttäuschen.
Schließlich ist es auch immer ein bisschen so, als würde Kubrick einen Film rausbringen – der hat
sich zwar immer nochmal doppelt so viel Zeit gelassen wie die CRAILTAP Macher, aber die Werke
genossen stets einen ähnlich überirdisch-respektierten Rang.
Jetzt kann man noch fragen: Lohnt sich der Aufwand noch? Wahrscheinlich nicht. Fünf Jahre
Filmen, die Topstars um die Welt schicken, neueste Video- und Kameratechniken benutzt (und
wahrscheinlich auch immer wieder geschrottet), endlose Editierprozesse, Musikrechte usw. Was so
ein Projekt kostet kann man sich schwer bis gar nicht vorstellen. Was es dann am Ende einspielt
wird einem wohl die Tränen in die Buchhalteraugen treiben. Denn von ein paar glücklichen Kids
(siehe oben: Weihnachtsbaum) und der Handvoll letzter Videomohikaner, die jedes Video im
Original haben möchten (bytheWay: Schön, dass es Euch gibt!) mal abgesehen, werden die meisten
Interessenten den Streifen wohl wieder nur als Raubkopie zu sehen bekommen. Zeitgeist sei Dank!
Dennoch: Wer allen Ernstes meint, ihn würde dieses Release nicht interessieren skatet offensichtlich „nur für sich selbst“, lebt in seiner eigenen Welt (in der ausschließlich Handrails stehen) oder er hat es einfach noch nicht gehört: Hallo, GIRL bringt ein Video heraus! Und der DVD Player ist schon seit Wochen feucht.

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